Großeinsatz im Münchner WestenDrei Bewusstlose bei Party – mehr als 100 Flaschen Lachgas entdeckt

Lachgas wirkt eingeatmet euphorisierend und halluzinogen, ist aber nicht verboten (Symbolfoto).
Lachgas wirkt eingeatmet euphorisierend und halluzinogen, ist aber nicht verboten (Symbolfoto). (Foto: Suzy del Campo / Avalon/Imago)

Der Rettungsdienst wird nachts wegen eines Patienten in eine Event-Location gerufen, kann ihn aber aufgrund von Hunderten Besuchern zunächst nicht finden. Dann machen Retter und Polizei gleich zwei überraschende Entdeckungen.

Von Stephan Handel

Nach einer offenbar ausgearteten privaten Party in Laim mussten in der Nacht zum Sonntag drei bewusstlose Personen auf die Intensivstationen verschiedener Kliniken gebracht werden. Zunächst wurde über den Notruf gegen 3.30 Uhr eine bewusstlose Person gemeldet. Daraufhin fuhren Rettungsdienste und Polizei zu der Lokalität in der Landsberger Straße, die für Privatfeiern gemietet werden kann.

Zunächst wurde die hilfsbedürftige Person nicht gefunden – vor allem wegen der Menge der Gäste, etwa 500 Menschen waren anwesend. Deswegen wurde das Lokal geräumt und die Feier für beendet erklärt. Der Rettungsdienst hatte schließlich drei Bewusstlose zu versorgen: zwei Männer, 21 und 25 Jahre alt, sowie eine 29-jährige Frau. Die Feuerwehr geht von einer sogenannten Mischintoxikation aus, also dem Konsum von verschiedenen Rauschgiften durcheinander.

Den Grund dafür entdeckten die Polizisten bald: Es wurde Lachgas flaschenweise an die Gäste ausgegeben, insgesamt fanden sich mehr als 100 Flaschen mit unterschiedlichen Füllständen. Lachgas wirkt eingeatmet euphorisierend und halluzinogen. Es ist aber nicht verboten, weil es in Medizin und Lebensmitteltechnik eingesetzt wird. Die Flaschen wurden vom Umweltdienst der Feuerwehr entsorgt.

Ob irgendjemandem strafbares Verhalten vorgeworfen werden wird, wird nun untersucht. Es geht dabei um den Verdacht auf Körperverletzungsdelikte sowie um gewerberechtliche Verstöße – ob etwa die Lokalität für die Menge der Leute überhaupt zugelassen ist.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Rauschmittel
:Lachgas, die gefährliche Spaßdroge

Der Konsum von Distickstoffmonoxid steigt – und auch die Zahl derer, die deswegen behandelt werden müssen. Was das für Betroffene, Mediziner und die Polizei bedeutet.

SZ PlusVon Stephan Handel

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: