Große DurchsuchungsaktionPolizei findet Kinderpornografie

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Beamte des Polizeipräsidiums München nahmen die Wohnungen von mehr als einem Dutzend Verdächtiger ins Visier.
Beamte des Polizeipräsidiums München nahmen die Wohnungen von mehr als einem Dutzend Verdächtiger ins Visier.
David Inderlied/dpa

Bei einem „Action Day“ gegen sexualisierte Gewalt werden 15 Wohnungen durchsucht. In den meisten Fällen kommen die Meldungen über Verdächtige aus den USA.

Von Stephan Handel

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Bei einem sogenannten Action Day hat das Polizeipräsidium München die Wohnungen von 15 Männern durchsucht und dabei Kinderpornografie gefunden und sichergestellt. Die Durchsuchungen fanden elf Mal in München statt, je einmal in Unterschleißheim, Ottobrunn, Putzbrunn und Aschheim. Die Verdächtigen sind zwischen 18 und 83 Jahre alt.

In einer Pressekonferenz am Donnerstag erläuterte Sabine Lainer das Vorgehen der Polizei, sie ist Leiterin des Kommissariats 17, „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder/Kinderpornografie/Jugendpornografie“ – das „Kinderschutzkommissariat“, wie Lainer sagte.

In ihrer Dienststelle laufen die Informationen über Kinderpornografie zusammen. Sie haben meistens schon einen weiten Weg hinter sich: Zum Großteil kommen sie vom NCMEC in den USA, dem „National Center for Missing and Exploited Children“ (Nationales Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder). Das ist am ehesten vergleichbar mit dem deutschen Kinderschutzbund, jedoch mit viel mehr Handlungsmöglichkeiten ausgestattet.

Die in den USA ansässigen Internet-Plattformen – Google, WhatsApp, Facebook usw. – melden an NCMEC, wenn sie kinderpornografische Inhalte entdecken. Das Zentrum leitet die Infos an das FBI weiter, das wiederum, wenn es um Deutschland geht, das Bundeskriminalamt einschaltet. Dort werden die IP-Adressen analysiert und die realen Wohnadressen der Verdächtigen identifiziert. Sodann kommen die jeweiligen Landeskriminalämter ins Spiel, die wiederum die zuständigen Polizeipräsidien alarmieren.

Das weitere Vorgehen hängt dann davon ab, ob es so etwas wie einen „Gefahrenüberhang“ gibt, wie Lainer das nennt: Wenn auf einem Video etwa ein missbrauchtes Mädchen zu sehen ist, geschätzte sechs Jahre alt, und unter der dazugehörigen Wohnadresse tatsächlich ein sechsjähriges Mädchen gemeldet ist, dann schlagen die Fahnder sofort zu.

Alle anderen Fälle werden gesammelt, in einem „Action Day“ werden die betreffenden Wohnungen dann an einem Tag durchsucht. Bei der Aktion am Mittwoch wurden zahlreiche Mobiltelefone, Computer und Speichermedien sichergestellt. Diese werden nun ausgewertet, danach warten Strafverfahren auf die Verdächtigten.

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