Planegg Unter Druck

Landratsamt prüft Standorte für Traglufthallen zur Unterbringung von Flüchtlingen

In der Gräfelfinger Nachbargemeinde Planegg ist man zumindest psychologisch auf den erwarteten Ansturm von Flüchtlingen vorbereitet. Zwar stehen die hölzernen Container am Planegger Friedhofs-Parkplatz und am Martinsrieder Parc du Meylan noch nicht, doch die Vorbereitungen für eine dauerhafte Unterbringung - die Rede ist von zehn Jahren - von etwa 115 Asylbewerbern laufen. Dazu kommen am 22. Juni etwa 200 weitere Flüchtlinge, die vorübergehend in einer der Turnhallen am Feodor-Lynen-Gymnasium (FLG) untergebracht werden sollen.

Planegg hatte kürzlich von einem Martinsrieder Geschäftsmann eine zentrale Unterkunft in der Fraunhofer Straße für rund 160 Flüchtlinge angeboten bekommen - und mit dem Hinweis abgelehnt, man wolle lieber dezentrale Unterkünfte. Dass Landrat Christoph Göbel (CSU) vor ein paar Tagen angekündigt hat, der Landkreis München müsse noch viel mehr Flüchtlinge aufnehmen, als zunächst geplant, hat deshalb vor allem die Planegger getroffen. Es bleibe der Planegger Verwaltung, sagt Geschäftsführer Stefan Schaudig, auch gar nichts anderes übrig, als eine der Mehrfachturnhallen am Feodor-Lynen-Gymnasium für Flüchtlinge zu räumen: "Wir haben absolut keinen Einfluss auf die Belegung durch das Landratsamt." Für die Schüler bedeutet dies erst einmal keinen oder nur noch eingeschränkten Sportunterricht.

Das Landratsamt prüft derzeit auch sieben bis zehn Standorte im Landkreis, ob sie sich für die Errichtung von Traglufthallen eignen. Das unterstrich Landrat Christoph Göbel noch einmal am Montag in Gräfelfing. Einer der Standorte könnte ein Grundstück am Klopferspitz in Martinsried sein. Auf dem Areal gebe es bereits Wasser- und Stromanschlüsse; Göbel verhandelt derzeit mit dem Freistaat. Bis Herbst muss der Landkreis nach Aussagen von Göbel 2000 weitere Plätze für Flüchtlinge schaffen.