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Planegg:Sorgen um das Grundwasser

Der Gemeinderat übt Kritik am Plan des Unternehmens Glück, eine Kiesgrube südlich der Münchner Straße zu vertiefen

Wie gefährlich ist ein großflächiger Kiesabbau für Grund- und Trinkwasser? Mit diesem Thema beschäftigten sich die Mitglieder des Bauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung. Die Frage konnten sie aber auch nach einstündiger Debatte nicht beantworten. Konkret geht es um einen Antrag des Kiesunternehmens Glück, eine alte, aus dem Jahr 1991 stammende Kiesgrube südlich der Münchner Straße noch tiefer auszukiesen, als das bisher schon erlaubt war. Der ursprüngliche Genehmigungsbescheid, sagte Ursula Janson vom Bauamt, war in den letzten Jahren, was die Abbautiefe betrifft, mehrfach angepasst worden. Ursprünglich war die Abbaugenehmigung bis Juli 2008 datiert. Der Kiesabbau war demnach nur bis zwei Meter über dem sogenannten hundertjährigem Hochwasser zulässig. Entsprechend einem neuen Gutachten will Glück nun tiefer ausbaggern.

Das Bauamt kommt in seiner fachlichen Beurteilung zu dem Schluss, dass man dem Antrag nicht nachkommen sollte. Die jetzige Abbautiefe sei bereits zwei Meter über dem höchsten gemessenen Grundwasserstand festgesetzt, betonte Janson: "Sichere Prognosen der Grundwasserstände sind schwierig." Im Klartext: Man befürchtet, dass bei weiterem Abbau und einer längeren Regenperiode kontaminiertes Sickerwasser in den Grundwasserspiegel einbrechen könnte.

Max Gum-Bauer (FW) machte eine andere Rechnung auf. Er sagte, jeder hier zusätzlich genehmigte Kiesabbau verhindere möglicherweise weitere Begehrlichkeiten des Unternehmens auf Planegger Grund - etwa auf der Dickwiese, wo gerade ein Raumordnungsverfahren läuft. Der Kies werde im übrigen in der alten Grube mit einem umweltfreundlichen Förderband abtransportiert. Er sprach sich für Probebohrungen aus. Fritz Haugg (FDP) dagegen lehnt eine Erweiterung des Abbaus kategorisch ab: "Ich mache mir große Sorgen um unser Grundwasser. Das Schutzgut Trinkwasser und der Wald sind höhere Güter als der Kiesabbau." Herbert Stepp (Gruppe 21) nannte Gums Argumente "stichhaltig". Doch auch er befürchtet eine Vermischung von Sickerwasser mit Grundwasser und damit "eine dauerhafte Störung".

Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) will die Angelegenheit nun fachmännisch klären lassen. Ein Spezialist aus dem Landratsamt München - der Genehmigungsbehörde - soll nun nach Planegg kommen und die Gemeinderäte darüber aufklären, welche Gefahren beim tieferen Baggern auftreten könnten.

© SZ vom 22.10.2019
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