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Planegg:Lieber mit Förderband

Landkreis gegen Kiesabbau auf der Dickwiese

Der Landkreis München spricht sich gegen Kiesabbau auf der sogenannten Dickwiese östlich der Anschlussstelle Germering-Süd aus. Das Gräfelfinger Kies-Unternehmen Glück beabsichtigt auf dem etwa 24 Hektar großen Areal im Trockenkiesabbau Material zu gewinnen, das anschließend im firmeneigenen Kieswerk in Gräfelfing verarbeitet werden soll. Der Ausschuss für Energie, Landwirtschaft und Umwelt sah allerdings in seiner Sitzung am Dienstagnachmittag die notwendige Raumverträglichkeit als nicht gegeben an und wird bei der Regierung von Oberbayern, die für Genehmigungen beim Kiesabbau verantwortlich zeichnet, entsprechend Stellung beziehen.

Landrat Christoph Göbel (CSU) sagte, beim Kiesabbau im Landkreis München sei grundsätzlich zu berücksichtigen, dass tiefe Eingriffe in die Natur sowie ein Mehr an Transportverkehr zu verhindern seien. Bisher, sagt der Landrat, gelinge das im Würmtal und auch bei der Firma Glück, da diese ihren Kies über ein unterirdisches Förderband ins Werk transportiere. Zudem sei im Regionalplan nur ein Areal als raumverträglich für den Kiesabbau ausgewiesen - und zwar das Grundstück 804, auf dem die Firma Glück bereits auf etwa 30 Hektar Kies abbaut. Dieses befindet sich im Eigentum der Heilig-Geist-Stiftung der Landeshauptstadt; Verhandlungen über eine weitere Nutzung seien allerdings ins Stocken geraten, weshalb die Firma Glück unter Druck geraten sei, sagte der Landrat.

Um gegenüber der Regierung von Oberbayern Rechtssicherheit zu gewährleisten, empfahl Göbel den Kreisräten, zu beschließen, weiter auf das Gebiet 804 zu setzen, da dies mit einem Förderband erschlossen sei. Christoph Nadler, Kreisrat der Grünen, sagte, derzeit sei es nicht möglich, beide Gebiete zu verhindern, daher sollte der Landkreis versuchen, zumindest Kiesabbau auf der Dickwiese abzulehnen. Nach intensiver Diskussion stimmte der Ausschuss zu.

© SZ vom 02.10.2019