Planegg:Grüne Politik im Doppelpack

Bei der Kommunalwahl treten zwei Gruppierungen an

Von Rainer Rutz, Planegg

Bei der nächsten Kommunalwahl im März 2020 werden in Planegg zwei grüne Gruppierungen antreten: Die seit 18 Jahren bestehende Grüne Gruppe 21 und die erst im vergangenen Jahr wiederbelebte Ortsgruppe von Bündnis 90/Grüne. Ein Versuch von Gemeinderat Herbert Stepp (Gruppe 21), die Möglichkeiten für eine gemeinsame Liste und einen gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten auszuloten, ist jetzt gescheitert. Stepp und seine Kollegin, Bürgermeisterin Anneliese Bradel, teilten mit, es werde keinen gemeinsamen Wahlvorschlag geben, Bündnis 90 wolle mit einer eigenen Liste antreten: "Weil es durchaus Unterschiede in der Auffassung grüner Kommunalpolitik gibt, sieht die Grüne Gruppe 21 dies sogar als Bereicherung."

Judith Grimme und Jürgen Peters von den Grünen teilten mit, als "eigenständige Partei" sehe man "keinen Anlass für Wahlbündnisse mit anderen Parteien oder Wahlgruppierungen". Man habe den Ortsverband der Grünen auch deshalb gegründet, "weil wir einen klaren Mangel an grüner Politik sahen und eine wirklich grüne Kraft in Planegg etablieren wollten". Daran habe sich bis heute nichts geändert: "Deshalb wäre jegliches Wahlbündnis eine Irreführung des Wählers." Die Neugründung der Grünen hatte für Furore gesorgt.

Die seit vielen Jahren im Gemeinderat etablierte Grüne Gruppe 21 um Stepp und Bradel hatte zuvor stets eng mit dem Kreisverband München-Land der Grünen zusammengearbeitet. Die beiden Gemeinderäte hatten beklagt, dass man von der Entwicklung total überrascht und in den Entscheidungsprozess nicht miteinbezogen worden sei. Die Mitglieder im neuen Ortsverband der Grünen haben bislang keine oder kaum Erfahrung in Kommunalpolitik. Unklar ist bis jetzt, ob die beiden Gruppierungen auch mit einem eigenen Kandidaten oder einer Kandidatin für das Bürgermeisteramt in Planegg in den Wahlkampf ziehen.

Bislang hat nur die SPD mit Christine Berchtold eine Kandidatin aufgestellt. Die CSU hat angekündigt, erst im Herbst eine Entscheidung zu fällen.

© SZ vom 09.05.2019
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