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Planegg:Gemeinde begräbt Entsorgungspläne

Zu kaum einem Thema gibt es in Planegg so viel Streit wie um die öffentlichen Wertstoffcontainer: Zu laut, zu dreckig, strenger Geruch und noch dazu würden sie nicht selten von Auswärtigen genutzt, beklagen vor allem Anlieger. In der Gemeinde kann man ein Lied von solchen Beschwerden singen. Doch es gäbe eine Alternative: Die Container einfach unter die Erde versenken und sie von oben bedienen. Viele Kommunen gehen diesen Weg inzwischen, etwa die Nachbarn in Gräfelfing. Schließlich hatten auch die Planegger Gemeinderäte vor vier Jahren beschlossen, die ungeliebten Wertstoffinseln durch Unterflurcontainer zu ersetzen. Von den 18 Inseln im Ortsgebiet sollten zunächst einige wenige als Pilotprojekt fungieren. Doch jetzt haben Corona und die dadurch verursachte klamme Haushaltslage dem Projekt ein vorläufiges Ende gesetzt.

Im Umweltausschuss diskutierte man mit einem Fachmann ausführlich, ob man zunächst an der Hofmark-/Ecke Hutfeldstraße und an der Benefiziat-Bach-Straße in Martinsried, beides Wohngebiete, die Container unter die Erde setzen sollte. Baukosten pro Standort: 40 000 Euro - eine stolze Summe, wie etliche Gemeinderäte fanden. Hochgerechnet auf 18 Wertstoffinseln wären das über die Jahre 720 000 Euro, ein "schockierender Betrag", fand Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU). Auch Peter von Schall-Riaucour (FDP-Liste), der sich früher für die Unterflurcontainer stark gemacht hatte, rückte jetzt ab: "Die Zeiten ändern sich." Er befürworte zwar immer noch die Unterflurcontainer, aber die Kosten seien derzeit kaum zu stemmen. Nicht anders Judith Grimme. Die Zweite Bürgermeisterin (Grüne) findet das Unterfangen zwar "an sich hübsch". Doch habe man "derzeit andere Sorgen und auch finanzielle Nöte." Außerdem sei es problematisch, mit zwei Standorten anzufangen: "Das weckt schnell Begehrlichkeiten". Dann werde es sehr schnell teuer. Auch Florian Zeller (FWD) verwies auf die derzeitige Haushaltssituation. Er sprach in diesem Zusammenhang das größte Projekt an, das die Kommune aktuell anstrebt: den Kauf des Grundstückes vom Heide Volm, das nach Schätzungen mehr als 20 Millionen Euro kosten dürfte.

© SZ vom 08.05.2021 / rar
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