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Planegg:Das neue Gesicht der SPD

Korbinian Rüger bei Wahlkampfauftritt in Haar, 2019

Korbinian Rüger, 32, ist Mitarbeiter am Lehrstuhl für Praktische Philosophie und Ethik der LMU. 2019 kandidierte er für die Kreis-SPD bei der Europawahl, nun tritt er bei der Bundestagswahl im Herbst an.

(Foto: Claus Schunk)

Korbinian Rüger zum Bundestagskandidaten gekürt

Von Martin Mühlfenzl, Planegg

Die erste Abstimmung gewinnt Hansi Flick. Mit großer, aber nicht ganz großer Mehrheit stimmen die Genossen dafür, dass der Noch-Trainer des FC Bayern Bundestrainer werden soll. Verbindlichen Charakter hat diese Online-Abstimmung am Donnerstagabend nicht - sie dient nur der Probe. Ganz anders die zweite: Bei der wählen die Mitglieder des Unterbezirks München-Land den Planegger Korbinian Rüger, 32, mit 98,7 Prozent zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl am 26. September. Genau genommen entfallen auf ihn bei der digitalen Delegiertenversammlung 75 von 76 Stimmen. Der neue Kandidat freute sich über die eine Nein-Stimme, die ihn vor "dem schlimmen SPD-Trauma" bewahre, das einst der 100-Prozent-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat erleiden müssen: der tiefe Fall nach dem steilen Aufstieg.

Rüger tritt das Erbe der Bundestagsabgeordneten Bela Bach, ebenfalls aus Planegg, an, die nach ihrem erfolglosen Kampf um einen aussichtsreichen Platz auf der Liste der Bayern-SPD ihren Rückzug aus der Politik angekündigt hatte. Die Genossen wissen, dass der Kampf um das Direktmandat nahezu aussichtslos ist, dennoch sagte der Kreisvorsitzende Florian Schardt, es sei wichtig, "Flagge zu zeigen". "Und heute werden wir unser Gesicht präsentieren." Rüger, der dieses Gesicht ist, will dazu beitragen, eine Gesellschaft zu schaffen, in der alle die gleichen Chancen haben. Er warb für Investitionen in den Personennahverkehr, nannte den Klimaschutz ein klassisches sozialdemokratisches Thema und rückte die Bereiche Bildung und Wohnen in den Fokus. Und Ewald Matejka, ehemaliger Präsident des SV Heimstetten, sagte: "Ich habe viele Spiele erlebt, bei denen wir vorher gewusst haben, dass wir keine Chance haben - gekämpft haben wir trotzdem."

© SZ vom 08.05.2021
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