Planegg Auf dem Weg zum Bürgerbegehren

Planeggs Eckpunkte beim neuen Flächennutzungsplan stoßen auf heftige Kritik

Von Rainer Rutz, Planegg

45 Jahre alt ist der Flächennutzungsplan für Planegg und Martinsried. Auf dem Weg zu einer Überarbeitung sieht sich die Kommune erwartungsgemäß heftiger Kritik aus der Bevölkerung ausgesetzt, wie sich bei einer weiteren Anhörung im Gemeinderat zeigte. Dabei geht es in erster Linie um künftige Wohnbebauung und Gewerbeansiedlungen. Beides lehnen viele Anlieger und auch der Bund Naturschutz weitgehend ab. Die Bürger befürchten eine Zerstörung von Naturflächen und noch mehr Verkehr. Und sie wehren sich: Gegen eine Bebauung im Wohngebiet "Im Grund" läuft bereits eine Unterschriftenaktion, 800 Anwohner haben unterzeichnet und streben ein Bürgerbegehren an.

Bahnhofsumfeld, das Wohngebiet "Im Grund", eine Wiese an der Herzog-Wilhelm-Straße und Grünflächen hart am Rande des Campus am Klopferspitz in Martinsried - überall dort will sich Planegg eine weitere Bebauung für die kommenden Jahrzehnte zumindest vorbehalten. Dass dort auch wirklich etwas geschieht, sei völlig offen, betonte Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) in der jüngsten Sitzung: "Denn ein Flächennutzungsplan ist kein Bauplan." Vor allem die grüne Gruppe 21 und die FDP machten sich zu Sprechern der protestierenden Anwohner, CSU, SPD und Freie Wähler wollen dagegen mehrheitlich, dass die Kommune auch künftig bezahlbaren Wohnraum auf den vorgeschlagenen Flächen schaffen kann. Die geplante Bebauung am Bahnhof und in Martinsried reiche für die nächsten Jahrzehnte nicht aus. Von den Gegnern wird dagegen zum Beispiel eine Überbauung des Lidl-Marktes in Steinkirchen ins Spiel gebracht - "mitten im Gewerbegebiet", wie der Bürgermeister ironisch anmerkte. Vorgeschlagen wird auch eine Nutzung des von der Ludwig-Maximilians-Universität als Archiv genutzten Gebäudes an der Ecke Bahnhof/Bräuhaussstraße - jedoch will dieses die LMU nicht freigeben. "Mehr Einwohner bedeuten auch mehr Probleme", sagen viele Kritiker: "Planegg wird ohnehin allmählich von München geschluckt". Beklagt wird "der Verlust des dörflichen Charakters" und eine Gefährdung seltener Tier- und Pflanzenarten. In Planegg gebe es gar keine Wohnungsnot - der Einwohnerstand stagniere seit Jahren.

Die SPD-Fraktion wartete mit einer Überraschung auf. Sie kann sich die Herausnahme einer möglichen Bebauung "Im Grund" und am Klopferspitz aus dem Flächennutzungsplan-Entwurf vorstellen, falls das dazu beantragte Verkehrsgutachten zu einem negativen Ergebnis kommt. Und auch die Bevölkerungsentwicklung will die SPD erst einmal abwarten.

An diesem Montagabend soll weiterdiskutiert werden.