Plaa Uan Dicker Fisch

Im Plaa Uan, was übersetzt "dicker Fisch" heißt, gibt es nicht nur Meeresgetier.

(Foto: Catherina Hess)

Das thailändische Lokal Plaa Uan legt das ganze Augenmerk auf das Essen. Kleine Nachlässigkeiten verzeihen die Gäste deswegen sofort.

Von Lisa Sonnabend

www.plaa-uan.de/An der Erdnusssoße erkennt man es sofort: Die Köche von dem thailändischen Restaurant Plaa Uan in der Theresienstraße verstehen etwas von ihrem Fach. Während in Asia-Imbissen die Erdnussoße zu den Saté-Spießen oft penetrant und schwer schmeckt, mundet sie im Plaa Uan zart und zurückhaltend. Und so ist der erste Biss, den wir in dem Lokal tätigen, gleich ein Vorgeschmack, auf das was kommen soll.

Wir haben den gemischten Vorspeisenteller für zwei Personen bestellt (11,80 Euro): zwei heiße Frühlingsrollen (saftig und mit viel Fleisch), zwei kalte Sommerrollen (frisch und knackig), und jene zwei zarten Hühnchen-Saté-Spieße. Zu jedem der drei Speisen gibt es die passende Soße. Und während wir es anfangs noch für verschwenderisch vom Koch hielten, eine bis zum Rande gefüllte Schale mit Erdnusssoße zu reichen, müssen wir nun schmunzeln, als wir uns erwischen, wie wir, nachdem die Spieße längst verzehrt sind, mit dem Stäbchen immer wieder in die Erdnusssoße tauchen, bis diese fast leer ist.

Plaa Uan

Dicker Fisch

Nach einem Umbau hat das Plaa Uan seit wenigen Monaten wiedereröffnet. Die Einrichtung ist weiterhin schlicht. Tischdecken und Stoffservietten sucht man vergebens. An den dunklen Holztischen stehen schwarze Lederstühle. Die Tische stehen nah beieinander, so dass man unfreiwillig den Nachbarn lauscht, die von ihrem letzten Thailandurlaub erzählen oder wie oft sie in der Woche ins Fitnessstudio gehen. Die Heizung hätte der Wirt ruhig ein bisschen mehr aufdrehen können, wir legen uns zeitweise die Jacke über die Schultern. Die grauen Wände sind kaum geschmückt. Nur ein großer Fisch hängt an der Wand - der Namensgeber der Lokals. Denn "Plaa Uan" heißt auf Deutsch "Dicker Fisch".

Fisch ist die Spezialiät hier. Zwei Drittel der Hauptgerichte sind mit Fisch - ob Tintenfisch, Gambas oder Fischfilet. Von chili-scharf oder zitronengras-stimulierend bis gar zu galgant-aphrodisierend. Wir entscheiden uns für Sin Samut (11,80 Euro), gegrilltes Fischfilet mit scharfen Kräutern. Eine gute Wahl. Der Fisch ist zart und frisch, die Sauce gut gewürzt und das Gemüse knackig. Nur der Reis hätte eine Spur heißer und kürzer gekocht sein dürfen.

Auch Panaeng Ped (15,20 Euro), Ente in Kokosmilch, enttäuscht keineswegs. Im Gegenteil, schon lange nicht mehr haben wir ein so mageres und gleichzeitig saftiges Federvieh verspeist. Nur der Verzehr bereitet einige Schwierigkeiten, da nur Löffel und Gabel gereicht werden - und man an den Fleischstücken lange zerren muss, um sie in zwei Teile zu zerlegen. Aber hat man es dann bis zum Munde geschafft, entschädigt der wohlige Geschmack die Anstrengung.

Wir sind satt, eine Nachspeise scheint uns unmöglich. Doch da kommt schon die Kellnerin und bringt uns als Geschenk des Hauses ein Stück Pomelo, jene fingerdick beschalte Kreuzung aus der echten, dicken Pampelmuse und ihres Abkömmlings Grapefruit. Ein angenehmer Abschluss!

Zu Trinken haben wir eine Flasche Chardonnay (19,80 Euro) gewählt. Das Bier stammt aus der kleinen Giesinger Biermanufaktur, was uns in diesem "Reich der Ferne" sympathisch, aber auch ein wenig unpassend erscheint.

Im Lokal "Plaa Uan" legt man also das ganze Augenmerk aufs Essen - und das funktioniert. Wir vergessen, dass wir eben noch gefroren haben und dass wir unsere Hände lieber an Stoffservietten abwischen würden. Es gelingt uns sogar, nicht mehr den Gesprächen der Nachbarn zu lauschen. Mit einem angenehmen Gefühl im Magen verlassen wir das Lokal, den Absacker trinken wir lieber in der Bar Giulia oder einer anderen umliegenden Kneipe. Aber zum Essen kommen wir bald wieder hierher.