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Pflicht für Münchner:Alles andere als uninspiriert und provinziell

Opernaufführungen, die ganz anders als bei Monaco Franze sind, ein Museum, in dem der Wolpertinger zu Hause ist, ein Kino, in dem die schrägsten Filme laufen: Zehn Kulturereignisse, die ein echter Münchner nicht versäumen darf.

Lisa Sonnabend

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Pflicht für Münchner:Der Opernbesuch

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Quelle: Alessandra Schellnegger

Opernaufführungen, die ganz anders als bei Monaco Franze sind, ein Museum, in dem der Wolpertinger zu Hause ist, ein Kino, in dem die schrägsten Filme laufen: Zehn Kulturereignisse, die ein echter Münchner nicht versäumen darf.

"Altmodisch bis provinziell war's, des war's", fast jeder Münchner kann die Szene rezitieren, in der Monaco Franze in der gleichnamigen Serie über die "Walküre"-Aufführung an der Bayerischen Staatsoper herzieht. Doch so schlimm ist ein Opernbesuch gar nicht. Im Gegenteil: Zu erleben sind Sänger und ein Orchester von Weltrang, die Kulisse ist beeindruckend, die Roben der Besucher atemberaubend. Es geht ums Sehen und Gesehenwerden - und nirgendwo geht es so typisch münchnerisch zu.

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Pflicht für Münchner:Besuch beim Wolpertinger

Munich Prepares For Oktoberfest

Quelle: Getty Images

Der Wolpertinger ist ein bayerisches Fabelwesen. Das es ihn wirklich gibt, beweist ein Besuch im Jagd- und Fischereimuseum in der Münchner Fußgängerzone. Hier sind ausgestopfte Riesenhirsche, Höhlenbären zu sehen, aber auch Wolpertinger. Ein Wesen mit Flügeln, Flossen, Hasenkopf und Hörnern. Laut Beschreibung ernährt es sich von "preußischen Weichschädeln". Jeder Münchner sollte sich den Wolpertinger einmal angesehen haben, damit er ihn dann im Englischen Garten oder den Isarauen erkennt, falls er ihm eines Tages einmal begegnen sollte.

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Pflicht für Münchner:Im ältesten Kino der Welt

Kíno" Neues Gabriel" in München, 2007

Quelle: Robert Haas

Das Neue Gabriel ist das älteste dauerhaft bespielte Kino der Welt: Carl Gabriel zog seit 1896 mit einem Vorführapparat über Jahrmärkte und hatte einen Stand auf dem Oktoberfest. 1906 eröffnete er dann in der Dachauer Straße 16 sein "Theater der lebenden Bilder", das bis heute Filme zeigt - und mittlerweile einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde hat. Jeder Münchner sollte einmal hier einen Streifen angeschaut haben. Keine Angst, es kommen nicht nur Stummfilme.

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Pflicht für Münchner:Der intimste Live-Club der Stadt

Interaktiver Spaziergang Schwabinger Krawalle

Quelle: Florian Peljak

Die Bühne ist so klein, dass kaum mehr als ein Schlagzeug auf ihr Platz hat, im Zuschauerraum ist es so eng, dass einige Besucher unfreiwillig auf Tuchfühlung mit dem Gitarrenspieler gehen: Willkommmen im Alfonsos, einem der kleinsten und besten Musikclubs der Stadt. In der kleinen Kneipe in Altschwabing treten seit 1988 täglich Blues- und Rock-Bands auf. Nur 30 Leute haben Platz - und deswegen geht es intim zu wie nirgendwo anders.

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Pflicht für Münchner:Lesung mit Braunbär

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Quelle: Stephan Rumpf

Ob Martin Walser, Martin Suter, Felicitas Hoppe  - auch für den November 2012 haben bereits einige große Namen zugesagt. Zahlreiche bekannte und aufstrebende treten jeden Monat im Literaturhaus München auf. Doch nicht nur wegen der Lesungen lohnt ein Besuch in dem Gebäude am Salvatorplatz 1, sondern auch wegen des ausgestopften Braunbärs der Familie Mann. Das Raubtier stand im Foyer des Münchner Hauses von Thomas Mann in der Poschingerstraße - und nun ist er im dritten Stock des Literaturhaus München ausgestellt. Nur streicheln ist nicht erlaubt. 

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Pflicht für Münchner:Münchens schrägstes Kellerloch

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Quelle: Stephan Rumpf

Hier laufen die schrägsten und die provokantesten Filme der Stadt: Das Werkstattkino in der Fraunhoferstraße 9 ist das etwas andere Lichtspieltheater. Die erste Vorführung fand am 3. April 1976 statt, ein Zeitzeuge erinnert sich: "Es ist ein Wunder, dass sich aus diesem Sauhaufen ein funktionierender Spielbetrieb entwickeln sollte." Noch heute laufen Filme, die gezielt am Mainstream-Geschmack vorbeigehen. Jeder Münchner sollte in diesem Kellerloch einmal vorbeigeschaut haben.

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Pflicht für Münchner:Das Technik-Museum

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Quelle: Stephan Rumpf

28.000 Objekte, 1,5 Millionen Besucher pro Jahr: Das Deutsche Museum auf der Museumsinsel ist das größte naturwissenschaftlich-technische Museum der Welt. Es gibt ein Foucaultsches Pendel, ein DNA-Labor, einen Nachbau des Z3 des Computerpioniers Konrad Zuse oder originalgetreue Kopien der Höhle von Altamira. Es ist Pflicht für Münchner sich hier mindestens einmal wissenschaftliche Phänomene erklären zu lassen.

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Pflicht für Münchner:Musik beim Theatron

Münchner Sommernachtstraum, 2005

Quelle: Stephan Rumpf

München hat keinen Mauerpark wie Berlin, aber immerhin das Theatron im Olympiapark. An Pfingsten und vier Wochen lang im August treten in dem Amphitheater neben der Olympia-Schwimmhalle in den Abendstunden zahlreiche Bands auf. Der Eintritt ist kostenlos, das Ambiente einmalig und die Akustik umwerfend. So lässig ist München an kaum einem anderen Ort!

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Pflicht für Münchner:Alles über die Kartoffel

Kartoffelmuseum in München, 2006

Quelle: Robert Haas

Ein ganzes Museum über die Kartoffel? Das ist durchaus möglich, denn einseitig ist das Grundnahrungsmittel keineswegs. Die Kartoffel wird zu Bier, Kaffee, Schnaps, Brot, Wurst, Papier, Seife oder Kerzen verarbeitet und blickt in Deutschland auf eine über 360-jährige Geschichte zurück. München hat dem Grundnahrungsmittel deswegen 1996 in der Grafinger Straße ein Museum gewidmet, eines von drei Kartoffelmuseen in Deutschland. Wenn das kein Besuch wert ist!

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Pflicht für Münchner:Alles Theater

Wolfgang Ettlich in Schwabing, 2011

Quelle: Stephan Rumpf

Ihre Theaterkneipe war legendär, vor allem die Linken rannten ihnen in den Siebzigern und Achtzigern die Bude in der Herzogstraße ein. Im Sommer 2009 war dann nach 33 Jahren Schluss, Henni Heppel und Wolfgang Ettlich machten ihr Privatbühne dicht. Lange hielten sie es jedoch nicht ohne Lokal aus - Ettlich eröffnete das Heppel & Ettlich über dem Drugstore in der Feilitzschstraße neu. Die Stücke sind immer noch unkonventionell - und vor allem ganz anders als im Residenztheater, in den Kammerspielen oder im Volkstheater.

© Süddeutsche.de/wib
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