Pfingsten:Tennis-Camp, Sprachförderung und Pizza backen

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Pfingsten: Im Tennispark Ramersdorf trainieren die Jungs fleißig.

Im Tennispark Ramersdorf trainieren die Jungs fleißig.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Sport und Sprache

"Es ist einfach eine gute Ferienbeschäftigung", sagt Max. Der zwölfjährige Gymnasiast ist bereits zum zweiten Mal beim Tennis-Camp im Tennispark Ramersdorf dabei. Dort aber geht es nicht nur um den Sport: Vormittags üben die Kinder und Jugendlichen Englisch für die Schule, nachmittags dann stehen Tennis-Übungen im Vordergrund. "Das macht mir Spaß und ich lerne viel", sagt Max. Schon seit 13 Jahren bietet Christoph Vogel das Tenniscamp an, um den Englischunterricht kümmern sich Mitarbeiter der Sprachschule Sphairos.

In all den Jahren hat sich vor allem eine Sache verändert, das Geschlechterverhältnis nämlich. Während früher etwa gleich viele Mädchen und Jungen auf dem Court zu finden waren, tummeln sich heute fast ausschließlich junge Männer zwischen sieben und 14 Jahren auf dem Platz. "Vielleicht bewegen sich Mädchen in dem Alter nicht mehr so gerne", vermutet der Trainer. Auf der Anlage von Hannes Schmidt und seiner Frau Natasha steht die Nachwuchsförderung ohnehin an erster Stelle.

"Wir kooperieren mit der Führichschule und dem Michaeli-Gymnasium", sagt Schmidt. Demnächst soll es auch Pilotprojekte mit Kindergärten geben. Tennis sei wieder in Kommen, meint der Betreiber. Vor allem die 30- bis 35-Jährigen interessierten sich wieder für den Sport. "Die sind dann froh, dass sie als Kinder Tennis gelernt haben und jetzt nicht von vorne anfangen müssen", sagt Schmidt. Eine Investition in die Zukunft also. Für alle, die keinen Mitspieler haben, bietet der Tennispark Ramersdorf übrigens eine Partnervermittlung an.

Spielerisch Deutsch lernen

"Tuff, tuff, tuff, die Eisenbahn. Wer will mit nach Kroatien fahren?" Singend ziehen sechs Kinder durch das Verkehrszentrum des Deutschen Museums. Vorbei an einem Rettungswagen, geradewegs zum Verkehrspolizisten und mit einer kleinen Unterbrechung am Fahrsimulator weiter zu einer Litfaßsäule. Im Kikus Sprachförderprogramm für Vorschulkinder steht heute das Thema "Reisen" auf der Tagesordnung.

Pfingsten: Edgardis Garlin lernt mit Cheich Deutsch.

Edgardis Garlin lernt mit Cheich Deutsch.

(Foto: Robert Haas)

Kursleiterin Edgardis Garlin hebt ein Kind nach dem anderen zu einer kleinen Scheibe in der Litfaßsäule hoch. Was sich dahinter verbirgt, sollen Vladimir, Haruki, Taufiq, Uyen, Mahdea und Cheich jetzt erklären. Ein Auto, ruft Vladimir. Und ein Strand. Ein Feuer und ein Zelt. Die Kinder stammen aus Russland, Japan, Irak, Vietnam, Afghanistan, Japan und Senegal. Manche von ihnen leben schon länger in München, andere sind erst vor kurzem gekommen.

Im Sprachkurs lernen sie spielerisch Deutsch, damit sie sich in der Schule später leichter tun. Garlin hat kleine Einheiten vorbereitet, die thematisch sinnvoll ans Verkehrsmuseum angebunden sind: Die Kinder ziehen als Zug durch die Ausstellung, sie sprechen über Koffer packen, über Essen aus unterschiedlichen Ländern, über Fahrzeuge, über Regeln im Straßenverkehr und Urlaub. Schulisch soll es nicht zugehen, lernen aber sollen die Kinder durchaus etwas. "Es geht hier klar um Sprachförderung", sagt Garlin.

Pizza backen

Max packt gleich einen ganzen Berg Zuckersternchen auf seinen Muffin. "Ist ein bisschen viel, aber die Hauptsache ist, dass er schmeckt", sagt der Achtjährige und tröpfelt lieber noch eine Lage weiße Zuckermasse oben drauf, verziert mit Schokostreuseln dieses Mal. "Ob der noch in deinen Mund passt?", fragt Betreuerin Eva- Maria Maier.

Tatz-Kinder-Jugendtreff, Hinterbärenbadstraße 20A

Im Kindertreff Tatz verzieren die Kinder ihre selbstgebackenen Muffins.

(Foto: Florian Peljak)

Mit ihrer Kollegin Claudia Mehnert gibt sie im "Tatz Kinder- und Jugendtreff" einen Koch- oder bessergesagt einen Backkurs. Neun Mädchen und Max backen zusammen Pizza und Cup Cakes. In der Wartezeit basteln sie kleine Kartons aus Pappe, um ihre Muffins mit nach Hause zu nehmen - doch nicht alle Backwerke werden das Ende des Tages überleben, einige werden schon vorher verspeist.

Der Workshop findet zum ersten Mal im Ferienprogramm des Dschungelpalasts im Feierwerk statt. "Pizza kommt immer gut an, deshalb dachten wir, wir probieren es einfach mal aus", sagt Mehnert. Das war richtig gedacht. Viele der Kinder backen auch daheim gerne, wie etwa Anna: "Ich mache immer Crêpes, da wollte ich mal einen richtigen Kochkurs besuchen." Auch Clara ist hier, weil sie gerne kocht und backt. "Und weil wir eine Ferienbetreuung brauchen", sagt die Neunjährige.

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