Petry-Auftritt:AfD will sich in Hofbräukeller einklagen

Die AfD will gegen die Absage einer Parteiveranstaltung im Hofbräukeller klagen und droht mit einer Schadensersatzforderung in fünfstelliger Höhe. Sie pocht auf ihren Vertrag mit dem Wirt Ricky Steinberg - er müsse bis Montagmittag erklären, dass die AfD-Vorsitzende Frauke Petry wie geplant am Freitag, 13. Mai, in dem Gasthaus auftreten darf. Steinberg zeigte sich von der Drohung der Alternative für Deutschland unbeeindruckt. "Ich werde die Klage abwarten", sagte er am Sonntag. Die AfD werde er nicht in den Hofbräukeller lassen, "der Entschluss steht definitiv fest". Als Begründung dafür führt Steinberg vor allem Sicherheitsbedenken an. Nach den zunehmend radikalen Äußerungen der AfD zuletzt fürchtet er Tumulte vor der Tür. Er pocht auf einen Passus in seinen Geschäftsbedingungen, der ihm erlaubt, eine Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abzusagen. Die AfD verweise zwar darauf, dass noch keine Demonstrationen angemeldet sind, "aber das ist kein Argument", findet Steinberg. Er wolle sich nicht darauf verlassen, dass die Polizei im Notfall für Recht und Ordnung sorge, sollte es zu Krawall kommen.

Die Anfrage für den Saal war laut Steinberg vor dem jüngsten Parteitag erfolgt, auf dem sich die AfD ein Anti-Islam-Programm gegeben hat. Danach entschloss sich der Wirt nach eigenem Bekunden, dass er einen Auftritt Petrys im Hofbräukeller nicht haben möchte. Auch von seinen Mitarbeitern habe es kritische Nachfragen gegeben. Die Vorauszahlung für die Saalmiete hat er nach eigenen Angaben bereits an die AfD zurückgezahlt.

© SZ vom 09.05.2016 / imei
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