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Perlach:Perlacher Mauer beschmiert: Staatsschutz ermittelt

In der Nacht haben Unbekannte die vier Meter hohe Mauer in Perlach beschmiert.

(Foto: Stephan Rumpf)

In unmittelbarer Nähe zu der vier Meter hohen Wand wurden zudem Aufkleber einer rechten Gruppierung gefunden.

Die vier Meter hohe Schallschutzwand in Perlach, die eine Unterkunft für Asylbewerber von einer Wohnsiedlung trennt, ist längst zum Politikum geworden. Jetzt haben sie offenbar auch linke und rechte Aktivisten für sich entdeckt. In der Nacht auf Dienstag wurde die Mauer mit einem mehr als einen Meter hohen Schriftzug beschmiert. Auf der zu den Anwohnern zeigenden Seite stand in großen Lettern: "Rassismus pur" und "Gegen Grenzen". Der Bauleiter des Asylbewerberheims entdeckte die Schmiereien am Morgen und erstattete Anzeige.

Auch der Zaun eines Nachbarn wurde von Unbekannten besprüht. Inzwischen ist der Schriftzug an der Wand mit Holzpaletten abgedeckt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen, die Polizei fährt in der Gegend verstärkt Streife: "Wir haben dort ein Auge drauf", so Polizeisprecher Carsten Neubert. In unmittelbarer Umgebung wurden außerdem Sticker der sogenannten "Identitären Bewegung", einer rechten Gruppierung, mit einschlägigen Parolen gefunden.

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Thomas Kauer, Vorsitzender des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach, zeigt sich schockiert über die Schmierereien: "Die Debatte hat eine Dimension erreicht, die dem Sachverhalt nicht angemessen ist." Was seit vergangener Woche in Perlach abgehe, sei der "pure Wahnsinn". Ausgelöst von einem Video, das die Steinwand zwischen der Asylbewerberunterkunft in der Berghamer Straße und dem angrenzenden Wohnbaugebiet zeigt, ging in sozialen Medien und Internetforen ein Sturm der Entrüstung los. Der Perlacher Stadtteilpolitiker Guido Bucholtz hatte den Film mithilfe einer Drohne aufgenommen und ins Internet gestellt.

Inzwischen interessieren sich auch internationale Medien für die "Mauer von München", wie die Wand genannt wird. Kauer betont, dass es sich um eine Lärmschutzmaßnahme handele, die sich noch im Rohbau befinde und später noch begrünt werden solle: "Man kann über die Gestaltung reden, aber doch bitte erst, wenn beide Anwohnerseiten dabei sind." Denn über den Kopf der 160 minderjährigen Flüchtlinge hinweg zu entscheiden, die im März oder April in die Unterkunft einziehen sollen, das verstehe er nicht unter Integration, so Kauer.

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