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Perlach:Knoten auflösen

Perlach: Einmündung der Schmidbauerstraße (hinter mir bzw. ich stehe drauf) in die Ottobrunner Straße. Unterhachinger Straße gegenüber.

Im Grundsatz beschlossen: Die Einmündung der Schmidbauerstraße auf die Ottobrunner Straße soll nach Norden verlegt werden.

(Foto: Florian Peljak)

Die Kreuzung Ottobrunner, Unterhachinger und Schmidbauerstraße soll neu gestaltet werden - um den Verkehr besser abzuwickeln und Straßen zu entlasten

Von Hubert Grundner, Sebastian Krass, Perlach

Viele Jahren sind vergangen, ohne dass sich Wesentliches in punkto Bebauungsplan für den westlichen Teil der Schmidbauerstraße getan hätte. Zuletzt aber hat die Verwaltung aufs Tempo gedrückt, und zwar so sehr, dass sich der zuständige Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach davon regelrecht überfahren fühlte: Er verzichtete deshalb auf eine aktuelle Stellungnahme zu dem Projekt und verwies lediglich auf die schon früher dazu vorgebrachte Kritik. Dadurch allerdings haben sich die Stadträte nicht beirren lassen. In der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses billigten sie den Entwurf des Bebauungsplans inklusive Grünordnung für den Bereich der Schmidbauerstraße zwischen Ottobrunner Straße (östlich) und Hofangerstraße (westlich). Vorbehaltlich etwaiger Einwendungen, die eine Neubefassung notwendig machen würden, war damit auch bereits der Satzungsbeschluss verbunden.

Im Kern sieht das Planungskonzept als wesentliche bauliche Maßnahme die Neugestaltung des Knotenpunktes von Ottobrunner, Unterhachinger und Schmidbauerstraße vor. Die bestehende Trasse der Schmidbauerstraße soll dabei grundsätzlich unverändert erhalten bleiben. Der Einmündungsbereich in die Ottobrunner Straße soll jedoch neu ausgestaltet werden. Hierzu ist laut Planungsreferat vorgesehen, die Einmündung der Schmidbauerstraße zukünftig um circa 30 Meter nach Nordwesten zu verschieben, um die direkte Durchfahrmöglichkeit von und zur Unterhachinger Straße aufzulösen und damit eine Verringerung des Verkehrsaufkommens in der Schmidbauerstraße zu erzielen. Durch die Verschiebung des Anschlussbereichs nach Nordwesten werde zudem eine senkrechte Einmündung der Schmidbauerstraße in die Ottobrunner Straße erreicht. Das verkehrliche Konzept sehe ergänzend vor, beim Umbau der Ottobrunner Straße die Bushaltestelle "Weddigenstraße" an der heutigen Stelle den einschlägigen Richtlinien und Regelwerken entsprechend barrierefrei zu gestalten.

Gerade diesen Punkt wertete Grünen-Stadtrat Christian Smolka in der Ausschusssitzung positiv. Überhaupt lobte er, dass die Bushaltestellen erhalten bleiben und ergänzte: "Ich finde, wir sollten unbedingt die St.-Koloman-Straße für den motorisierten Individualverkehr sperren, die ist nämlich jetzt schon ein Schleichweg zur Ottobrunner Straße. Der Fußgängerinnenweg an der Schmidbauerstraße, der bisher eher sekundär ist, den sollte man auch verbessern."

Seine Stadtratskollegin Heike Kainz von der CSU wiederum richtete den Blick auf die nähere Umgebung der Schmidbauerstraße: "Wir halten es für wichtig, dass der benachbarte Bebauungsplan Ottobrunner Straße weiter mit entwickelt wird. Denn dort sind zwei Parallelstraßen, die dafür sorgen sollen, dass der Verkehr in der Schmidbauerstraße nicht überhand nimmt." Außerdem sei es notwendig, die Verkehrsbelastung im Ortskern Alt-Perlach zu beobachten.

Kainz fügte hinzu: "Und es stellt sich uns die Frage, ob man die Schmidbauerstraße so umbaut, dass ein Bus fahren kann, um den öffentlichen Nahverkehr dort zu verbessern." Mit dem Beschluss der Stadträte sind jedenfalls die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Umbau des Knotenpunktes Ottobrunner Straße/Unterhachinger Straße geschaffen.

Die Erwartung ist nun, dass sich danach nicht nur der aktuelle, sondern auch der langfristig erwartete Verkehr besser abwickeln lässt. Zugleich soll sich der Durchgangsverkehr im Zuge der Schmidbauerstraße und im weiteren Verlauf der Hofangerstraße weitestgehend reduzieren. Das erhoffen sich die Planer auch für den Durchgangsverkehr am Pfanzeltplatz, was sie wiederum durch eine Steuerung der Verkehrsmengen in der Ottobrunner Straße südöstlich der Unterhachinger Straße erreichen wollen.

Neben der Verkehrslenkung kommt dem Bebauungsplan für den westlichen Teil der Schmidbauerstraße aber noch eine andere Aufgabe zu. Die Planungsfachleute erhoffen sich davon den Schutz der bestehenden Wohnbebauung und sozialen Infrastruktur vor unverträglichem und unzumutbarem Autolärm. Außerdem soll der Bauleitplan die Anpassung des vorhandenen Bauliniengefüges entlang der Ottobrunner Straße an den bestehenden beziehungsweise geplanten Straßenausbau sowie die vorhandenen Grundstücksgrenzen ermöglichen.

© SZ vom 11.08.2020

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