Stadtplanung:Schönheitskur für Perlacher Bahnhof

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Stadtplanung: Das Bahnhofsgebäude in Perlach bedarf dringend einer Sanierung.

Das Bahnhofsgebäude in Perlach bedarf dringend einer Sanierung.

(Foto: Florian Peljak)

Im Zuge der Bauarbeiten für ein neues Seniorenheim sollen das Jugendstil-Gebäude saniert und der angrenzende Stephensonplatz weitgehend autofrei gestaltet werden.

Von Patrik Stäbler

Wer heute am Bahnhof Perlach aus der S-Bahn steigt, dem bietet sich ein nicht eben erbaulicher Anblick. Das 1904 im Jugendstil errichtete Bahnhofsgebäude bedarf dringend einer Sanierung, und auch der angrenzende Stephensonplatz ist mit seiner tristen Park-and-Ride-Anlage und dem vielen Asphalt kein Ort zum Wohlfühlen. Doch das soll sich ändern. Ein Investor plant auf dem Grundstück südlich der Schneckestraße den Bau eines Seniorenpflegeheims. Und im Zuge der Arbeiten soll der Stephensonplatz autofrei umgestaltet und das Bahnhofsgebäude saniert werden. Ein Eckdatenbeschluss mit den Grundzügen der Planung ist am Mittwoch Thema im Ausschuss für Stadtplanung.

Die Lokalpolitik begrüße die Pläne für den Stephensonplatz, sagt Wolfgang Thalmeir (CSU) vom Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach (BA). "Wir glauben, dass dieser bislang stiefmütterlich behandelte Platz dadurch gewinnen wird." Vor einigen Jahren habe es Pläne für eine umfangreiche Wohnbebauung in dem Gebiet gegeben, was der BA aber ablehnte - wegen des drohenden Verkehrs. Ebendieser sei bei einer Senioren- und Pflegeheim ungleich geringer, betont der BA-Vorsitzende Thomas Kauer (CSU), der auch den Bedarf für eine solche Einrichtung sieht. Denn: "Es ist der Wunsch vieler Menschen, auch im Alter im Stadtteil heimisch zu bleiben."

Bis die Bagger anrollen, wird es aber noch etwas dauern. Auf den Eckdatenbeschluss soll ein städtebaulicher Wettbewerb folgen, um danach das Bebauungsplanverfahren zu starten. Nach jetzigem Stand ist auf dem 1,5 Hektar großen Areal nordöstlich des Bahnhofs eine Seniorenpflegeanlage mit 300 Apartments und einer Pflegestation mit 55 Betten geplant; circa 150 Beschäftigte werden sich dort um die älteren Menschen kümmern. Zusätzlich sollen in dem maximal fünfstöckigen Gebäude medizinische und physiotherapeutische Dienstleistungen unterkommen, die ebenso öffentlich zugänglich sein werden wie ein Restaurant im Erdgeschoss. Dazu kommt eine Tiefgarage mit 100 Stellplätzen.

Die oberirdische Park-and-Ride-Anlage wird derweil wegfallen, auch um mehr Raum für eine Neugestaltung des Stephensonplatzes zu schaffen. Dieser soll für den Verkehr gesperrt werden - mit Ausnahme von Taxis und Bussen, die zwei Haltestellen anfahren, deren Lage noch nicht feststeht. Westlich des Bahnhofs wird es 100 Fahrradabstellplätze und eine Station für Leihräder geben; auch drei Carsharing-Parkplätze sind im Nordosten des Areals angedacht.

Der Bahnhof soll einen Kiosk oder eine Bäckerei bekommen

Möglichst wenig eingreifen wollen die Planer in den Baumbestand am Stephensonplatz, wo sich auch der Haupteingang der Seniorenpflegeanlage befinden wird. Unterdessen soll das Bahnhofsgebäude saniert werden und nach dem Umbau einen Kiosk oder eine Bäckerei beherbergen. "Ich gehe davon aus, dass der Perlacher Bahnhof dadurch belebt wird", sagt Wolfgang Thalmeir. Wichtig sei dem BA - neben der Verkehrssituation am Stephensonplatz - die Gestaltung der Seniorenpflegeanlage. Diese müsse "optisch passend als Abschluss des Ortskerns Perlach" sein, so Thalmeir.

Wiewohl der Bezirksausschuss das Vorhaben per se gutheißt, übt er Kritik am Planungsprozess. So bemängelt der BA in einer Stellungnahme, dass er - nicht nur bei diesem Projekt - zu spät eingebunden werde. "Wir kriegen keine Gutachten und keine Testentwürfe zu sehen", ärgert sich Wolfgang Thalmeir. "Wir entscheiden bloß über den Eckdatenbeschluss, in dem die Baumasse schon verbindlich feststeht. Der BA kann daher nicht mitreden bei der Frage, welche Baumasse auf einem Grundstück überhaupt verträglich ist."

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