Paulskirche Obdachloser löst Panik bei Ostermesse aus

  • Ein offenbar verwirrter Mann hat in der Paulskirche in München eine Panik bei einem Oster-Gottesdienst ausgelöst.
  • Der 36-Jährige rief Parolen, die niemand verstand, und warf mehrere Steine.
  • Daraufhin ergriffen viele der mehr als eintausend Gläubigen die Flucht und verletzten sich im Gedränge vor dem Ausgang.
  • "Die Polizei hat keine Anhaltspunkte, dass es sich um eine geplante Tat gehandelt haben könnte", sagte ein Sprecher am Montag. Der Somalier ist in der Vergangenheit nur durch kleine Vergehen aufgefallen.
Von Julian Hans

Ein 36-jähriger Mann hat am Samstag die Ostervesper der kroatisch katholischen Gemeinde in der Paulskirche gestört und eine Panik unter den Besuchern ausgelöst. Wie die Polizei am Wochenende mitteilte, betrat der aus Somalia stammende Mann die Kirche etwa eine Stunde nach Beginn des Gottesdienstes gegen 21.30 Uhr durch den Haupteingang. Er rief Parolen, die niemand verstand, und warf mehrere Steine.

Daraufhin ergriffen viele der mehr als eintausend Gläubigen die Flucht und verletzten sich im Gedränge vor dem Ausgang. Andere hielten den Störer fest, bis die Polizei eintraf. Nachdem der Mann abgeführt worden war und Sanitäter die Verletzten versorgt hatten, wurde der Gottesdienst fortgesetzt. Die Polizei war mit mehr als 100 Beamten im Einsatz. Ein Richter erließ Haftbefehl gegen den wohnsitzlosen Mann wegen des Verdachts auf Störung des öffentlichen Friedens und versuchter gefährlicher Körperverletzung durch die Steinwürfe. Neun Gottesdienstbesucher mussten wegen Prellungen behandelt werden, vier kamen vorübergehend in ein Krankenhaus.

"Die Polizei hat keine Anhaltspunkte, dass es sich um eine geplante Tat gehandelt haben könnte", sagte ein Sprecher am Montag. Der Somalier ist nicht als Gefährder bekannt und in der Vergangenheit nur durch kleine Vergehen aufgefallen. Auf Zeugen machte er einen verwirrten Eindruck.