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Pasing:Polizei zieht zwölf Autos von Tunern aus dem Verkehr

  • Ein Treffen der Auto-Tuning-Szene auf dem Metro-Parkplatz am Pasinger Gleisdreieck hat der Polizei jede Menge Arbeit beschert.
  • Das, was manche Tuner bei der Veranstaltung "Saisonstart 2016" vorführen, ist offenbar alles andere als gesetzeskonform.

Sie stehen auf röhrende Motoren, zeigen auch schon mal ein scheinbar blutbespritztes Auto auf Facebook mit der Zeile "Dein Auto, nachdem du den Kerl erwischt hast, der deine Freundin anbaggert" - und nehmen es mit der Straßenverkehrsordnung nicht so genau.

Veranstalter und Gäste eines als "Saisonstart 2016" betitelten Treffens der Auto-Tuning-Szene auf dem Metro-Parkplatz am Pasinger Gleisdreieck haben der Polizei am Sonntag jede Menge Arbeit beschert: Zwölf Autos mussten abgeschleppt und wegen unerlaubter technischer Veränderungen vorübergehend aus dem Verkehr gezogen werden.

Außerdem registrierte die Polizei im Umfeld des Treffens mehr als 90 Geschwindigkeitsübertretungen, mit bis zu 109 Sachen rasten PS-Fetischisten durch die Stadt. Es hagelte Bußgelder, außerdem müssen die Fahrzeughalter die Kosten fürs Abschleppen und für notwendige technischen Gutachten bezahlen.

Kritik kam am Montag vom Gräfelfinger Veranstalter und von Teilnehmern - nicht an den Rasern, sondern an der Polizei: "Lächerliche Aktion", "reine Schikane", "bodenlose Frechheit" schrieben Tuner der Polizei. Man habe auf die Kontrollen keinen Einfluss, entschuldigte sich der Veranstalter und kündigte an, man werde sich "einfach zum Trotz" am Samstagabend kommender Woche erneut auf dem Metro-Parkplatz treffen.

Vorsätzliche Erhöhung des Fahrzeuglärms

Die Treffen der bis zu 500 Autos und ihrer Fahrer seien "legal und angemeldet", heißt es in der Einladung. Doch das, was manche Tuner dort vorführen, ist offenbar alles andere als gesetzeskonform. Ein Trend, den die Verkehrspolizei schon seit Jahren beobachten kann, ist die vorsätzliche Erhöhung des Fahrzeuglärms.

So war am Sonntag bei einigen Fahrzeugen die Kombination aus offenem Sportluftfilter und einer Sportauspuffanlage zu beobachten. Wenn das nicht in die Papiere eingetragen ist, erlischt die Betriebserlaubnis. Bei einem anderen Auto war der Katalysator entfernt worden, um dadurch den Auspuff lauter röhren zu lassen. Das führt nicht nur zum Erlöschen der Betriebserlaubnis, sondern ist zudem ein Steuervergehen.

An einem Fahrzeug waren rote Händlerkennzeichen eines Autohauses angebracht, obwohl der Wagen ein Kennzeichen hatte. Bei einer Kontrolle stellte sich laut Polizei heraus, dass die eigentlichen Kennzeichen entfernt worden waren, um einen neuen, auf rund 400 PS aufgemotzten Motor, der noch nicht zugelassen war, bei dem Treffen vorzuführen.

© SZ vom 19.04.2016/mkro

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