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Pasing/Obermenzing:Krähensicher

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Einladung zum Lunch: Eine Krähe sucht in einem öffentlichen Mülleimer nach Essen. Spezialmodelle sollen das den Vögeln deutlich erschweren.

(Foto: imago/blickwinkel)

Ist der Einwurf schmal, tun sich die Vögel schwer, Müll aus Abfalleimern zu zerren. Solche Behälter wollen die Lokalpolitiker

Von Jutta Czeguhn, Pasing/Obermenzing

Sie sind Zivilisationsfolger, die Krähen. Und warum sollten sie sich auch nicht bedienen und einen urbanen Lebensstil pflegen, wenn die Menschen es ihnen so leicht machen und den Tisch reichlich decken: überquellende Müllbehälter in den Grünanlagen, aus denen die Vögel dann pflücken, was ihnen genießbar erscheint, auch wenn es das nicht immer ist. Schließlich haben Forscher inzwischen auch bei Stadtkrähen erhöhte Cholesterin-Werte festgestellt. Wenn die Menschen es den Vögeln nun schwermachen wollen mit "krähensicheren" Abfallbehältern, haben sie aber nicht so sehr die Gesundheit der Tiere im Sinn, es geht dann in erster Linie um Müll- und Hygieneprobleme.

Der Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing hat jetzt - nach einstimmigem Beschluss - solche Behältnisse beim Baureferat, Abteilung Gartenbau, bestellt. Finanziert werden sollen sie mit übrigem Geld aus dem Stadtbezirksbudget. Das Gremium hat auch spezielle Standorte für die neuen Eimer im Blick: In der Grünanlage Am Durchblick sollen vier Behältnisse installiert werden, in den Grünanlagen an der Maria-Eich-Straße und am Schirmerweg je ein krähensicherer Abfalleimer. Der Bezirksausschuss bevorzugt hier also jeweils neue Standorte, keinen bloßen Austausch schon bestehender Mülltonnen. Zusätzlich bittet das Gremium, die Spielplätze in Pasing und Obermenzing auf sinnvolle Ergänzungen hin zu untersuchen und entsprechend Rückmeldung zu geben.

Als krähensicher gilt beim Gartenbauamt derzeit ein bestimmtes Modell, dessen Kosten pro Eimer zwischen 1200 und 1600 Euro liegen. Testergebnisse auf Versuchsflächen belegen nach Angaben des Baureferats, dass der Abfallbehältertyp mit verschmälerter Einwurföffnung funktioniere. Allerdings nur so lange, wie dieser nicht so vollgefüllt ist, dass die schlauen Vögel von außen an den Abfall herankommen könnten. Das Ganze ist also auch eine Frage der Leerung - und des Müllverhaltens der Bevölkerung.

© SZ vom 12.01.2021
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