bedeckt München 14°

Pasing:Notlösung in der Tasche

Bodenseestraße: BN und Sportler präsentieren eigenen Plan

Von Jutta Czeguhn, Pasing

Die Verbreiterung der Bodenseestraße ist nicht im Sinne der Pasinger Bürgerinnen und Bürger. Diese Botschaft schickt der zuständige Bezirksausschuss (BA) Pasing-Obermenzing, auf Antrag der CSU-Fraktion im Gremium, jetzt an die Landeshauptstadt München, sollte die sich mit entsprechenden Planungen tragen.

Es geht um den Bereich zwischen der Kreuzung Lortzingstraße und der Eisenbahnunterführung weiter in Richtung Westen. Vor sechs Jahren hatte das städtische Planungsreferat das Vorhaben ziemlich konkret verfolgt, der Bezirksausschuss, der Vorstand der TSG Pasing (Turn- und Sportgemeinde Pasing) und etliche Bürger hatten sich jedoch erfolgreich dagegengestellt.

Eine Verbreiterung würde zum einen bedeuten, dass die viel befahrene Bodenseestraße im Süden näher an die Wohnbebauung heranrückt, zum anderen, dass auf ihrer Nordseite über 160 Bäume auf dem Gelände der Bezirkssportanlage gefällt und die Plätze dort verkleinert werden müssten. Angesichts der Gesamtverkehrssituation im Münchner Westen, die in den kommenden Jahren durch die Besiedlung Freihams gerade auf der Bodenseestraße mit Sicherheit noch zu erheblichen Problemen führen wird, wollte der Bund Naturschutz (BN) der Planungsruhe so recht nicht trauen. Vertreter des Bundes Naturschutz hatten deshalb mit der Turn- und Sportgemeinde Pasing bereits eine Art Notlösung präsentiert, mit der man für den Fall der Fälle sofort um die Ecke kommen könnte, sollte das Planungsreferat die alten Verbreiterungspläne wieder aus der Schublade holen wollen.

Sollte also die Stadt München ihren Willen unbedingt durchsetzen wollen, könnten nach der BN-Alternative sowohl die Bäume vollständig gerettet werden als auch die Flächen der Sportler unangetastet bleiben: Die Bodenseestraße bliebe bei dieser Lösung in ihrem jetzigen Zustand belassen, indem straßenseitig südlich der Baumreihe der Radweg verlaufen würde sowie südlich der Bäume sportplatzseitig der Fußweg.

Der Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing fordert nun, dass die Landeshauptstadt München dezidiert Auskunft über den aktuellen Planungsstand im Bereich der Bodenseestraße vorlegt und außerdem auch noch den Planungshorizont preisgibt, was die nun kommenden Jahre anbelangt.

© SZ vom 17.09.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite