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Pasing:Lernort Kriegerdenkmal

Bezirksausschuss befasst sich mit historischen Monumenten

Von Jutta Czeguhn, Pasing

Was hat Otto von Bismarck mit de Sportplätzen der TSG Pasing zu tun? Soweit man weiß, rein gar nichts. Aber beide, die historische Figur und der Verein, werden in der Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Pasing-Obermenzing an diesem Dienstag, 8. September, Thema sein. Beginn ist um 19 Uhr in der Turnhalle der Anne-Frank-Realschule, Bäckerstraße 58 (Zugang nur über die Salbauerstraße). Wie immer ist Pandemie-bedingt das Platzangebot für Publikum sehr beschränkt.

Die Tagesordnung der ersten Sitzung nach den Sommerferien ist erwartungsgemäß umfangreich. Unter anderem finden sich da ein Antrag zu den Auswirkung der Corona-bedingten städtischen Sparmaßnahmen auf den Münchner Westen (CSU), oder eine Anfrage der Freie Wähler-/ÖDP-Fraktion, inwieweit die Arbeiterwohnheime im Stadtbezirk auf ihr Gefährdungspotenzial hin überprüft werden, was das Coronavirus angeht.

Zwei Themen aber könnten von besonderem Interesse sein: Vor sechs Jahren hatte die Stadt sich mit dem Gedanken getragen, die Bodenseestraße zu verbreitern. Dazu hätten auf der Nordseite, wo sich die Sportstätten der TSG Pasing befinden, an die 300 Bäume gefällt werden müssen. Es regte sich Protest bei Politikern, Naturschützern und vor allem seitens des TSG-Präsidiums. Die Sache wurde dann nicht weiter verfolgt. Doch sind die Ausbaupläne wohl nicht vom Tisch angesichts des neuen Stadtteils Freiham und der Verkehrsprobleme, die damit auf dem Münchner Westen zurollen. Vom Planungsreferat war zuletzt zu hören, dass aktuell an der Bodenseestraße nichts geplant ist. Die CSU im BA will das nun noch einmal per Anfrage bestätigt bekommen.

SPD und Grüne tragen die aktuelle Diskussion über Relikte aus der Kolonialgeschichte im öffentlichen Raum in den Bezirksausschuss. Sie fordern per gemeinsamem Antrag eine "kritische Betrachtung" des Pasinger Bismarck-Denkmals. Seit 1914 ist eine vom Künstler Josef Floßmann gestaltete Reiterstatue auf dem Brunnen am Wensauerplatz nördlich des Bahnhofs angebracht. Die Jusos aus dem Münchner Westen hatten bereits am 25. Juli mit einer Veranstaltung vor Ort gefordert, das Denkmal in einen neuen Kontext zu setzen. SPD und Grüne werden noch einen weiteren Antrag einbringen: Weil der Bezirksausschuss für eine "offene, freie, demokratische und friedliche Gesellschaft" stehe, sollten die Kriegerdenkmäler in Pasing und Obermenzing ihrer Ansicht nach zu Lernorten werden.

© SZ vom 08.09.2020

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