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Pasing:Baustart überfällig

Lokalpolitiker wollen wissen, wann sie mit dem neuen Kulturbürgerhaus rechnen können

Von Jutta Czeguhn, Pasing

Ein ansteigendes Dach, in Anlehnung an Sheddächer ("Sägezahndächer"), wie es sie im frühen Industriezeitalter in Pasing gegeben hat. Die schlichte Ziegelfassade, nachhaltig im Material, auch sie hat Tradition im Stadtteil, davon zeugen die Bahnhofsgebäude oder das alte Pumpenwerk. Der Entwurf für das neue Kulturbürgerhaus auf dem alten Stückgutgelände an der Offenbachstraße, mit dem Andreas Meck und Axel Frühauf 2019 den Realisierungswettbewerb gewannen, macht Hoffnung auf eine Architektur, die nicht nur in funktionaler Hinsicht allen Erfordernissen gerecht wird. Sagen wir es ohne Umschweife: In einem Stadtteil, der nicht gerade mit herausragender moderner Architektur gesegnet ist, kam freudige Erwartung auf angesichts dieses Entwurfs, der einer der letzten war, der die spezielle Handschrift des renommierten Architekten Andreas Meck trägt. Er ist im Sommer 2019 im Alter von 59 Jahren verstorben.

Im Stadtbezirk trägt sich die Politik derzeit mit der Sorge, dass es möglicherweise zu Änderungen am Konzept für dieses, nach der Pasinger Fabrik zweite Kulturbürgerhaus kommen könnte. In einem interfraktionellen Antrag fordert der Bezirksausschuss (BA) Pasing-Obermenzing nun vom zuständigen Kommunalreferat Auskunft über den aktuellen Planungsstand und auch über die konkrete Zeit- und Kostenschiene.

Beunruhigend für die BA-Mitglieder: Laut Bautafel sollte mit dem Bau des Kulturhauses bereits im vergangenen Jahr begonnen werden. Mit einer Mail vom 30. Juni 2020 war dem Bezirksausschuss mitgeteilt worden, dass unter Federführung des Kommunalreferats im Herbst 2020 dem Stadtrat des Beschluss zum Projektauftrag vorgelegt und zuvor eine Stellungnahme des BA eingeholt werde. Das sei, so stellen die Antragsteller fest, bislang nicht geschehen. Auch habe das Gremium bis heute keine offiziellen Hinweise auf eventuelle Konzeptänderungen erhalten. Der BA sieht es an der Zeit, dass die entsprechenden Planungen ihm und sodann dem Münchner Stadtrat vorgelegt werden. Nach dem bislang bekannten Konzept soll das Team der Pasinger Fabrik auch den Betrieb im neuen Kulturbürgerhaus koordinieren. Geplant ist im Gebäude unter anderem ein 180 Quadratmeter großer Saal, der flexibel mit einem 80 Quadratmeter großen Foyer verbunden werden kann. Zudem soll es je zwei Musik- und Gruppenräume geben, die im Untergeschoss eingerichtet werden. Mit dem Kulturbürgerhaus würde sich ein lang gehegter Wunsch der Stadtteilpolitiker erfüllen.

© SZ vom 14.01.2021
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