Pasing Am Denkmalschutz gescheitert

Traditionsimmobilie: Der Komplex mit der Kirche Maria Rosenkranzkönigin soll saniert werden.

(Foto: Stephan Rumpf)

Ordenskirche muss wohl schließen, da die Stadt den barrierefreien Umbau ablehnt

Von Jutta Czeguhn, Pasing

Noch wird jeden Tag um 7.30 Uhr eine Messe gelesen in Maria Rosenkranzkönigin. Die kleine Kirche an der Pasinger Institutstraße wird von den Schwestern der Congregatio Jesu betreut, dem ältesten in Pasing ansässigen Orden. Die "Englischen Fräulein" oder "Maria Ward-Schwestern", wie man sie früher nannte, kümmerten sich seit den Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts bis 1976 um die Schulausbildung der Mädchen in Pasing. Heute sitzt noch das Provinzialat der Gemeinschaft im mächtigen Bau am Pasinger Marienplatz, und viele hochbetagte Schwestern leben im Alten- und Pflegeheim direkt neben der Kirche Maria Rosenkranzkönigin.

Sieben Treppenstufen müssen die Schwestern überwinden, um in die Kirche zu gelangen. Weil viele der Bewohnerinnen des Seniorenheims schlecht zu Fuß und auf den Rollator angewiesen sind oder im Rollstuhl sitzen, hat die Congregatio schon vor Jahren einen barrierefreien Zugang zur denkmalgeschützten Kirche ins Auge gefasst. Unterstützung erhielten die Schwestern dabei vom Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing, der sich 2015 in einem Antrag an die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt nachdrücklich für das Vorhaben einsetzte. Denkmalschützerische Belange müssten in diesem Fall zurückstehen, hieß es. Denn sollte für die Schwestern keine Rampe gebaut werden, könnten sie die Kirche nicht mehr nutzen, und das Gotteshaus mit dem zierlichen Zwiebelturm, 1890 erbaut, müsste wohl geschlossen werden.

Mittlerweile sind drei Jahre vergangen, und im kommenden Jahr stehen große Projekte an, was die Congregatio und ihre Traditionsimmobilie am Pasinger Marienplatz angeht. Die Polizeiinspektion 45, Münchens zweitgrößte Inspektion, wird nach mehr als drei Jahrzehnten den verwinkelten Klosterbau verlassen und an die Heimburgstraße in einen Neubau am Westkreuz umziehen. Dann steht eine Sanierung des Gebäudes an; in die dann ungenutzten Räume wird ein neues Bürgerbüro einziehen, als Zweigstelle des Pasinger Rathauses.

Wie der Landtagsabgeordnete Josef Schmid (CSU), Münchens ehemaliger Zweiter Bürgermeister, jetzt bei einem Besuch der Congregatio von der Ordensverwaltung erfuhr, wird Maria Rosenkranzkönigin nun wohl geschlossen werden müssen. Die Kirche sei von der Sanierung ausgeschlossen. Dem barrierefreien Umbau habe das Denkmalschutzamt nach sechs Jahren Verhandlungszeit widersprochen. Die Ordensschwestern, so Josef Schmid in einer Pressemitteilung, seien "des Kampfes gegen die Windmühlen der Behörden müde" und überlegten nun, das Kirchengebäude für einen neuen Zweck freizugeben, vorzugsweise für einen kulturellen oder sozialen.

"Trotz Denkmalschutz hätte man hier sicherlich eine Lösung finden und die Kirche als solche erhalten können", erklärt Schmid. Barrierefreiheit sei eine Grundvoraussetzung in der heutigen Zeit. "Ich habe jedoch Verständnis für die Entscheidung der Schwestern der Kongregation und werde sie bei ihrem weiteren Vorgehen unterstützen." Die Congregatio Jesu, so eine Sprecherin des Ordens, will im Januar 2019 Näheres zu ihren Plänen mitteilen, was die Zukunft von Maria Rosenkranzkönigin angeht.