Parkplatzprobleme wegen breiter Autos Wenn der SUV an der Wand entlang schrammt

Wohin mit all den SUVs und Vans? Weil die Autos immer breiter werden, gibt es in den Parkhäusern und am Straßenrand zunehmend Platzprobleme. Die Gemeinde Krailling bei München will nun XXL-Parkplätze einrichten - und auch erste Parkhäuser rüsten bereits auf.

Von Christiane Lutz

Platz ist ein begehrtes Gut, besonders für den Großstädter und ganz besonders für des Großstädters Auto. Allerdings wird genau dieser Platz in München immer knapper. Was tun, wenn das Auto immer größer wird, die Parklücke aber nicht mitwächst? Wohin mit all den SUVs und Vans und all ihren Verwandten, die sich durch Münchens Straßen schieben?

Bequemes Ein- und Aussteigen sieht anders aus.

(Foto: Günther Reger)

Dick hängen sie über Parkplatzmarkierungen hinaus, schrammen in zu engen Parkhäusern an der Wand entlang und erschweren nicht nur ihren Fahrern das Aus- und Einsteigen.

Laut Statistischem Amt waren 591 Porsche Cayenne im Juli 2005 in der Stadt zugelassen, 2012 waren es mehr als doppelt so viele, nämlich 1369. Der Cayenne misst die stattliche Breite von 2,15 Metern, inklusive Rückspiegel. Die Münchner Standard-Parklücke hingegen ist gerade mal 2,30 Meter breit, zu eng, um den Nachwuchs oder Einkäufe einzuladen.

Aber auch der gewöhnliche Golf ist gewachsen: Maß das erste Modell 1974 noch 1,61 Meter (ohne Spiegel), nimmt der Golf VI heute 1,78 Meter Platz ein. Mehr Komfort, mehr Sicherheit - durch Seitenairbags und elektrische Fensterheber gehen die Autos in die Breite.

Der ADAC empfiehlt, die Markierungen der Parklücken deutschlandweit zu vergrößern. In München schaut das Baureferat bei der Planung in die "Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen 2006". Darin steht, dass ein Längsparkplatz nur zwei Meter breit sein muss, Schräg- und Senkrechtparker hingegen können ein Auto von einer Breite bis 2,50 Meter abstellen.

Ein Euro mehr für den XXL-Parkplatz

Das soll laut ADAC Standard werden. In Krailling (Landkreis Starnberg) will das Bauamt sogar noch weiter gehen und künftig Parkplätze von bis zu 2,70 Metern anbieten, um den Großlimousinenfahrern bequemes Ein- und Aussteigen zu ermöglichen und Radfahrer zu schützen, die durch die geparkten Autos in die Straßenmitte gedrängt werden.

Auch bei der Park and Ride GmbH, die in München Tiefgaragen und Parkplätze betreibt, wurde die Forderung nach breiteren Parkplätzen laut. "Was sollen wir tun?", sagt aber Geschäftführer Wolfgang Großmann, "die alten Tiefgaragen in der Stadt bieten zwischen ihren Stützpfeilern einfach nicht mehr Platz." Aus drei Parkplätzen zwei machen will er nicht. Weniger Plätze macht weniger Autos macht weniger Geld. Auch die Stadt will die Zahl der Parkplätze nicht verringern - genervtes Umherkurven am Sonntagabend gehört schließlich ohnehin schon zum Lebensgefühl.

Claus Schnell, Geschäftsführer der Bavaria Parkgaragen GmbH, löst das Problem mit den dicken Dingern auf andere Weise. Er bietet in einigen seiner Tiefgaragen in der Münchner Innenstadt XXL-Parkplätze an.

Der Porsche Cayenne-Fahrer muss dafür allerdings im Schnitt einen Euro mehr pro Stunde bezahlen. Schnell findet nicht, dass er als Garagenbetreiber besondere Rücksicht auf die Großlimousinen nehmen muss, schließlich sei deren Stadttauglichkeit ohnehin mehr als fraglich.