Paris:Kurze Wege

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metro
(Foto: AFP)

Die Pariser Metro ist eines der größten und engmaschigsten U-Bahnnetze der Welt, aber besonders schön ist sie nicht

Von Nadia Pantel

In Paris hat man es nie weit bis zur nächsten Metro. Paris hat nämlich die gleiche Fläche wie Mainz, verteilt auf diesen 105 Quadratkilometern der französischen Metropole allerdings mehr als 300 Metro-Stationen. Wenn man Glück hat, dann steigt man dort in die Metro ein, wo noch die Jugendstileingänge überlebt haben, die beim Bau der Metro 1900 in Auftrag gegeben wurden. Geht man dann allerdings die Treppe herunter zum Gleis, hört es schnell auf mit der erhebenden Ästhetik.

Die Pariser Metro ist eine funktionale Angelegenheit. Sie bildet eines der größten und engmaschigsten U-Bahnnetze der Welt, aber besonders schön ist sie nicht. Meistens läuft man an weißen Kacheln vorbei und wundert sich, dass die unterirdischen Gänge nie ein Ende zu nehmen scheinen. Wie viele Treppen sich in diesen Gängen verbergen, merkt man erst so richtig, wenn man sich mal ein Bein gebrochen oder einen Kinderwagen dabei hat. Kaum eine der Stationen ist barrierefrei. Aber genug geschimpft. Die Metro ist natürlich auch gut zu ihren Fahrgästen. Die Linie 6 zum Beispiel beginnt auf der rechten Seite der Seine, fährt dann auf die linke und dann wieder zurück auf die Rive Droite. Das macht sie freundlicherweise auf Brücken, von denen aus man alle Sehenswürdigkeiten im Blick hat. Und zwischen den Stationen Quai de la Gare und Place d'Italie fährt man durch eine Freiluftgalerie: Auf die Hochhäuser entlang der Metrotrasse haben Streetart-Künstler riesige Wandbilder gemalt. Wer lieber Tunnel mag, sollte in die Linie 1 steigen. Die ist mittlerweile automatisch gesteuert. Was zur Folge hat, dass man im vorderen Waggon direkt auf die Gleise schaut und genau sieht, wie die Metro durch das 120 Jahre alte Gewirr aus Stationen und Abzweigungen rattert.

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