Trauerritus in der PeterskircheMünchens kaum bekannte Tradition nach dem Tod des Papstes

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Wenn der Papststuhl unbesetzt ist, die sogenannte Sedisvakanz beginnt, wird in der Kirche Sankt Peter der Petrus-Figur am Altar die Papstkrone Tiara abgenommen – hier ein Foto nach dem Rücktritt von Papst Benedikt im Jahr 2013.
Wenn der Papststuhl unbesetzt ist, die sogenannte Sedisvakanz beginnt, wird in der Kirche Sankt Peter der Petrus-Figur am Altar die Papstkrone Tiara abgenommen – hier ein Foto nach dem Rücktritt von Papst Benedikt im Jahr 2013. Florian Peljak

Die Gläubigen in der Stadt trauern um Papst Franziskus. Nach dessen Tod wird in Münchens ältester Kirche ein selten vollzogener Brauch zu sehen sein.

In Münchens ältester Stadtpfarrkirche Sankt Peter lässt sich demnächst ein seltenes sakrales Schauspiel erleben. Am kommenden Sonntag, 27. April, wird der überlebensgroßen Figur des Kirchenpatrons Petrus am Hauptaltar die Tiara abgenommen, wie die Pfarrei auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur mitteilte. Grund ist ein alter Brauch, wonach dies immer dann zu geschehen hat, wenn ein Papst stirbt. Barhäuptig verharrt dann der erste Papst, bis die Kardinäle in Rom einen Nachfolger für Franziskus gewählt haben und es schließlich „Habemus papam!“ heißt.

Der Trauerritus nach dem Tod von Papst Franziskus beginnt um 10 Uhr. Danach schließt sich ein feierlicher Gottesdienst mit dem Münchner Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg an, bei dem die Messe in B-Dur D 324 von Franz Schubert (1797-1828) erklingt.

Der Bildhauer Erasmus Grasser, von dem auch die berühmten Moriskentänzer stammen, schuf den gotischen Petrus 1492 noch ohne Krone. Als der Hochaltar des Gotteshauses im 18. Jahrhundert barockisiert wurde, ging dies auch am Apostelfürsten nicht spurlos vorüber. Umgeben von Säulen, die an den Petersdom erinnern sollen, nahm er nun seinen Sitz hoch oben auf dem Thron dieses Bühnenaltars ein, wie es ihn in Bayern sonst nur noch in den Klosterkirchen in Weltenburg und Rohr gibt. Petrus zur Seite stehen die vier von Egid Quirin Asam geschaffenen Kirchenväter.

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Um die Machtfülle des Papstes zu unterstreichen, wurde die Petrus-Figur am 10. September 1733 mit der Tiara des Münchner Goldschmieds Johann Michael Ernst gekrönt. Sie ist mit mehreren Edelsteinen und einem Kreuz geschmückt. Die im Mittelalter entstandene dreifache Krone sollte die Universalmacht des Papstes demonstrieren, der damals nicht nur als „Stellvertreter Christi auf Erden“ angesehen wurde, sondern auch als „Vater der Fürsten und Könige“ und als „Lenker der Welt“.

Paul VI. war der letzte Papst, der 1963 mit der Tiara gekrönt wurde. Ein Jahr später legte er sie ab und zog damit einen Schlussstrich unter die weltlichen Herrschaftsansprüche seiner Vorgänger. Demonstrativ schenkte er die Papstkrone den amerikanischen Katholiken – als Dank für ihre großherzigen Spenden zugunsten der Armen der Welt. Seither wird diese in der Washingtoner Kathedrale „National Shrine“ aufbewahrt.

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