Die Palliativstation der München Klinik Schwabing ist in die Jahre gekommen. Sie soll voraussichtlich Mitte 2026 im Neubau der München Klinik Harlaching in einer erweiterten und neu ausgestatteten Palliativstation aufgehen. Acht Betten sind es derzeit in Schwabing, in Harlaching zehn. 18 Betten werden also künftig zur Verfügung stehen.
Der Bezirksausschuss Schwabing-West fordert, dass die Palliativstation in Schwabing erhalten bleiben soll. Mit der Begründung, dass es in Schwabing West und in den anderen Kliniken im Münchner Norden, Münchner Osten und der München Klinik Bogenhausen keine Palliativstation gebe. In der jüngsten Sitzung des Gesundheitsausschusses des Stadtrats hat sich das Gremium einstimmig für die Zusammenlegung ausgesprochen.
Wie das Gesundheitsreferat (GSR) erläutert, gehöre diese Verlagerung zum Zukunftsprojekt der München Klinik (Mük) dazu. Eine Milliarde Euro investieren der Freistaat Bayern und die Landeshauptstadt München in die Modernisierung. Das neue, medizinische Konzept „Mük20++“, das 2024 vom Stadtrat beschlossen wurde, sähe „klare medizinische Schwerpunkte“ vor. Dazu gehörte auch die Bündelung von einzelnen Fachbereichen zu größeren Einheiten.
Palliativmedizinische Stationen gibt es laut GSR auch an Krankenhäusern wie dem TUM Klinikum Rechts der Isar, dem Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU, dem LMU Campus Großhadern und dem Krankenhaus Barmherzige Brüder. Eine Palliativversorgung ist auch im Helios Klinikum München-West, am Klinikum Dritter Orden und am Rotkreuzklinikum möglich. Für die weiteren Klinikstandorte der Mük sind, so zeigt das GSR auf, seien „spezialisierte palliativmedizinische Konsiliardienste“, also multiprofessionelle Teams, an den Standorten Harlaching und Bogenhausen vorgesehen. Für Kinder gibt es die Allgemeine Stationäre Pädiatrische Palliativversorgung vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin – eine Kooperation der Mük und des TUM Klinikums Rechts der Isar.
Das GSR sieht keine „relevante Verschlechterung“ der Versorgungssituation im Münchner Norden. Allerdings fragt sich Stefan Jagel (Die Linke) in Anbetracht der immer älter werdenden Stadtgesellschaft, ob die stationäre Palliativversorgung der Stadt auch ausreichend ist. „Ich bin auch nicht sicher, ob der zusätzliche Fokus auf Konsiliardienste reicht“, sagt Jagel und wünscht sich, dass weitere Klinikträger in die Verantwortung genommen werden und in ein, zwei Jahren erneut auf die Versorgungssituation in der Stadt geschaut werde. Auch Alexandra Gassmann (CSU) teilt Jagels Sorge. „Ich bin überzeugt, dass wir in ein paar Jahren mehr Plätze benötigen werden.“
Das GSR wünscht sich daher, dass die Vernetzung von stationären und ambulanten Palliativangeboten weiter optimiert wird. Und es verspricht, die Entwicklung der Palliativversorgung in der Stadt im Auge zu behalten. Der nächste Bestandsbericht soll laut Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) dann 2027 folgen.

Die neuen Einzelzimmer der zukünftigen Palliativstation Harlaching haben etwas von skandinavischem Flair – hell designte Möbel, mintfarbene Vorhänge, große Fenster und ein Wandanstrich, der Wolkengebilden ähnelt. An einer Hängeleiste können persönliche Bilder aufgehängt werden. Ein Zimmer zum Wohlfühlen soll es sein, keine Krankenhausatmosphäre. Der Patient soll sich wohlfühlen, geborgen sein. Trotz schwerer Stunden, trotz des Bewusstseins, schwer krank zu sein. Weil viele Menschen auf das Bett angewiesen sind, soll es laut Mük sogar möglich sein, mithilfe von Beamern persönliche Momente des Patienten oder Filme an die Decke zu projizieren. Eine Wohnküche, ein gemütliches Wohnzimmer, in dem man sogar Klavier spielen kann und eine Dachterrasse für den Blick in die Weite sollen das Leben am Ende des Lebens bereichern.

