Ottobrunn:Ein Haus wie aus einem Weihnachtsfilm

Lesezeit: 3 min

Ottobrunn: Angefangen hat es mit einem Rentier aus dem Baumarkt, inzwischen wird das Haus der Familie Multani schon das "Weihnachtshaus" genannt.

Angefangen hat es mit einem Rentier aus dem Baumarkt, inzwischen wird das Haus der Familie Multani schon das "Weihnachtshaus" genannt.

(Foto: Claus Schunk)

In Angelika Multanis Garten stehen überall beleuchtete Rentiere, Sterne und Schneemänner und jeden Winter kommt mindestens eine Sache dazu. Wann die Familie mit dem Aufbau beginnt - und was die Nachbarn dazu sagen.

Von Gerhard Fischer, Ottobrunn

Das Haus der Familie Multani in Ottobrunn sieht man am besten, wenn es dunkel ist: Überall stehen und hängen beleuchtete Rentiere, beleuchtete Weihnachtsbäume, beleuchtete Sterne. Auf dem Haus, auf der Garage, im Garten. Es sieht aus wie in einem kitschigen Weihnachtsfilm. "Wir sind verrückt", sagt Angelika Multani.

SZ: Frau Multani, warum machen Sie das - Ihr Haus und Ihren Garten so zu beleuchten?

Angelika Multani (lacht): Das habe ich meinem Sohn zu verdanken. Er war sieben oder acht Jahre alt und wollte ein eigenes Rentier im Garten haben. Wir haben dann eines gekauft ...

... wo kriegt man das? Im Internet?

Wir haben das damals im Baumarkt gekauft - und auf die Garage gestellt.

Ottobrunn: Das Rentier hatte erst einen Schlitten, der aber leer war. Da mussten im zweiten Winter drei beleuchtete Päckchen her.

Das Rentier hatte erst einen Schlitten, der aber leer war. Da mussten im zweiten Winter drei beleuchtete Päckchen her.

(Foto: Claus Schunk)

Wie ging es weiter?

Wir haben jedes Jahr etwas dazugekauft. Das Rentier hatte ja einen Schlitten, der aber leer war. Da haben wir im zweiten Winter über Ebay drei beleuchtete Päckchen gekauft. Weil aber nur zwei Päckchen auf dem Schlitten Platz hatten, haben wir eins dahinter gestellt. Da dachten wir: Das sieht aus, als hätte das Rentier ein Päckchen verloren, also musste noch ein zweiter Schlitten her.

Und dann?

Dann dachten wir, das Rentier braucht Freunde. Also haben wir ein weiteres Rentier gekauft, das wir auch auf die Garage stellten. Und dann meinte meine Mutter, die neben uns wohnt, ob wir nicht noch eine Lichterkette dazu hängen wollen. So ging das jedes Jahr weiter, und das Motto ist mittlerweile: Es muss mindestens eine Sache pro Winter dazukommen. Wir schauen in die Weihnachtsprospekte, was es Neues gibt, und gucken, wo in unserem Garten noch ein freier Fleck ist. Heute brauchen wir zwei Monate, bis alles an Haus, Garage und im Garten aufgebaut ist ...

Zwei Monate?

Wir fangen im Oktober an und arbeiten halt an den Wochenenden. Am Freitag vor dem ersten Advent muss es fertig sein. Es geht ja nicht nur ums Aufstellen, wir müssen auch die 14 verschiedenen Stromkreise programmieren. Wir haben jetzt etwa 80 Lichterketten - Rentiere, Vögel, Eiszapfen, Sterne, ein Zug, Weihnachtsbäume ...

Ottobrunn: Zwei Monate dauert es, bis die Familie Multani ihr Haus fertig dekoriert hat.

Zwei Monate dauert es, bis die Familie Multani ihr Haus fertig dekoriert hat.

(Foto: Claus Schunk)

Einen Weihnachtsmann auch?

(überlegt): Nein ... aber beleuchtete Schneemänner haben wir!

Ist die Beleuchtung eigentlich sehr teuer?

Anfangs war sie teuer, jetzt haben wir LED, da verbrauchen wir sehr wenig Strom.

Zunächst war es der Sohn, aber die Begeisterung scheint nun auf Sie übergegangen zu sein.

Ja, und auf meinen Lebensgefährten auch. Wir haben uns vor fünf Jahren im Mai kennengelernt. Als dann der Oktober kam, hatte ich Angst, dass er denkt: Wo bin ich da gelandet! Aber er ist ebenfalls begeistert. Er macht jetzt zusammen mit meinem Sohn die Beleuchtung auf dem Haus- und dem Garagendach, denn ich habe Höhenangst.

Ottobrunn: Angelika Multani und ihr Lebensgefährte Alberto.

Angelika Multani und ihr Lebensgefährte Alberto.

(Foto: Claus Schunk)

Wie reagieren denn die Nachbarn?

Alle sind begeistert! Hier wohnt eine Frau schräg gegenüber, die mir sagte, dass sie abends kurz vor zehn, bevor unsere Beleuchtung ausgeht, immer aus ihrem Badfenster auf unser Haus schaut und sich freut. Einmal waren wir im Oktober im Urlaub, so dass sich der Aufbau verzögert hat, da wurden die Nachbarn schon nervös und fragten: Macht ihr heuer nichts?

Kommen auch Menschen von außerhalb, um sich Ihr Haus anzuschauen?

Ja, Kinder kommen mit Mama und Papa von nah und fern! Aus Ottobrunn natürlich, aber auch aus Neubiberg, Putzbrunn oder München. Das hat sich herumgesprochen. Manchmal fahren hier auch Autos vorbei, halten an, steigen aus und machen mit dem Handy Fotos.

Kommen Sie mit denen ins Gespräch?

Ja, wir fragen, ob sie nicht reinkommen wollen. Da sieht man ja alles besser. Es sind schon Freundschaften daraus entstanden. Einmal lag ein Brief im Briefkasten mit der Aufschrift: "An die Bewohner des Weihnachtshauses." Und darin stand, dass sie jeden Winter an unserem Haus vorbeifahren.

Kennen Sie eigentlich noch andere Menschen mit solchen Weihnachtshäusern?

Leider nein. Das ist schade, da könnte man sich Tipps geben. Ich fände es auch schön, wenn alle Nachbarn ihre Häuser so dekorieren würden wie wir. Aber man kann sie ja nicht zwingen.

Sagen Sie, haben Sie noch andere Weihnachtsvorlieben - etwa jeden Abend in einer Endlosschleife "White Christmas" hören oder 25 Mal hintereinander die Weihnachtskomödie "Tatsächlich Liebe" gucken?

Nein, sonst sind wir normal (lacht). Wir backen 25 Sorten Plätzchen und feiern Weihnachten ganz traditionell mit Familie und viel Essen.

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