Von Autobahn bis Gütervekehr:Stadt und Gemeinden gründen Ostallianz

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Von Autobahn bis Gütervekehr: Die Planungen für das Siedlungsgebiet im Münchner Nordosten betreffen nicht nur die Stadt, sondern auch angrenzende Gemeinden.

Die Planungen für das Siedlungsgebiet im Münchner Nordosten betreffen nicht nur die Stadt, sondern auch angrenzende Gemeinden.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Die zwölf Mitglieder des Vereins wollen gemeinsam Verkehrsprobleme in der Region lösen und Infrastrukturprojekte planen.

Von Ulrike Steinbacher

Autobahnen machen an Gemeindegrenzen nicht halt, Gütergleise ebenso wenig. Kommunen, die Einfluss auf solche Infrastrukturprojekte nehmen wollen, sind gut beraten, sich mit ihren Nachbarn abzusprechen und ihre Interessen zu bündeln. Genau das tun nun elf Gemeinden aus den Landkreisen München und Ebersberg gemeinsam mit der Stadt. Um "die gute Zusammenarbeit zu festigen", gründen sie im September einen Verein: Stadt und Land München Ost e.V., kurz Ostallianz genannt. Ihm werden die Gemeinden Aschheim, Feldkirchen, Kirchheim und Haar (alle Landkreis München) sowie Vaterstetten, Poing, Anzing, Forstinning, Markt Schwaben, Pliening und Finsing (alle Landkreis Ebersberg) angehören. Ob auch die Stadt Gründungsmitglied wird, entscheidet der Stadtrat am 27. Juli, an diesem Mittwoch steht das Thema im Planungsausschuss auf der Tagesordnung.

Der Verein wird gut zu tun haben, denn Infrastrukturprojekte mit interkommunalen Reibungspunkten gibt es genug. Da ist der geplante Stadtteil für 30 000 Menschen im nordöstlichen Bogenhausen, der auch an Aschheim grenzen wird. Womöglich bekommt der Ort dann einen U-Bahn-Anschluss, andererseits kann auch der Autoverkehr zunehmen. Oder die Belastung der Autobahn A94 von Forstinning bis Bogenhausen durch Berufspendler, die Stau-Probleme auf der B304, der Wasserburger Landstraße, in Haar und Trudering oder die Idee, die Straßenbahn über die Stadtgrenze bis nach Haar zu verlängern. Der Radschnellweg von Riem über Kirchheim nach Markt Schwaben erfordert Absprachen, aber auch die Planung der DB Netz AG für den Brenner-Nordzulauf.

Keines dieser Projekte ist in der Vorlage des Planungsreferats für die Stadträte explizit erwähnt. In allgemeinen Formulierungen ist davon die Rede, dass "auch zukünftig eine überörtlich abgestimmte Mobilitäts-, Siedlungs- und Freiraumentwicklung vorangebracht werden" soll. Als Vorbild für die Ostallianz ist die Nordallianz genannt, die sieben Gemeinden aus den Landkreisen München und Freising in den Siebzigerjahren gegründet hatten, damals aber nicht nur ohne München, sondern sogar als Abwehrbollwerk gegen die Stadt, die ihre Kläranlagen und Müllberge einfach in die Umlandgemeinden abschob. Das schlechte Verhältnis wandelte sich erst, als Nordallianz und Stadt gemeinsam gegen ein anderes ungeliebtes Projekt zu Felde zogen: den Transrapid.

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