Oskar Maria Graf über die Münchner RevolutionLangweilig, harmlos, unerträglich

Lesezeit: 4 Min.

Schriftsteller Oskar Maria Graf hielt die Münchner Revolution für eine schlechte Posse. Als er jedoch verhaftet wird, ändert sich seine Einstellung.

Von Sabine Reithmaier

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"Ich war ein unentschiedener, leicht angerebbelter, kopfloser Bohèmetyp, weiter nichts. Eine völlig undiskutable, bürgerliche Erscheinung also." Der selbsternannte "Provinzschriftsteller" Oskar Maria Graf neigte zeitlebens nicht dazu, sich selbst zu überhöhen. Das gilt auch für seine Beteiligung an der Revolution 1918, die er in München hautnah miterlebte. "... ich war ein ,schöner Revolutionsheld' und ich bin, während andere kämpften, Sekt saufen und zu Huren gegangen", schreibt er 1930 als Reaktion auf eine kritische Rezension seines Buches "Wir sind Gefangene" in der Zeitschrift Linkskurve. Aber er habe eben auch nie von sich behauptet, ein revolutionärer Mitkämpfer gewesen zu sein.

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