Osiel Gouneo gehört zu den herausragenden Balletttänzern unserer Zeit. Seit 2016 ist er Erster Solist am Bayerischen Staatsballett, einer Compagnie, in der Menschen aus 24 Nationen tanzen. Hört sich nach Diversität an. Doch der Afrokubaner Gouneo und sein Landsmann Jonah Acosta sind die einzigen Mitglieder des Ensembles mit schwarzer Hautfarbe. In anderen Spitzencompagnien ist das nicht anders, und nicht erst seit die schwarze Tänzerin Chloé Lopes Gomes das Staatsballett Berlin wegen Diskriminierung verklagte, sehen sich die großen Tanz-Institutionen mit dem Vorwurf des strukturellen Rassismus konfrontiert. In seiner gerade bei C.H. Beck erschienenen Biografie "Black Romeo" schildert Osiel Gouneo seinen Weg in die "weiße Welt des Balletts". Ein Gespräch mit dem 33-Jährigen über stereotype, koloniale Körperbilder, Selbstermächtigung und seine Visionen für das Bayerische Staatsballett.
"Black Romeo" - Rassismus im klassischen Ballett:"Menschen sind keine Farbe"
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Osiel Gouneo, Erster Solist am Bayerischen Staatsballett, hat ein Buch geschrieben über seinen Weg als Afrokubaner in der Welt des klassischen Tanzes. Ein Gespräch über seine Erfahrungen mit strukturellem Rassismus, Traumrollen, Vorbilder - und über den weisen Rat seines Großvaters.
Interview von Jutta Czeguhn
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