Kleinkunst-Open-Air:Aber fein

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Kleinkunst-Open-Air: Aktuelle Geschehnisse im Reimformat: Ludwig Müller spielt sein Programm "Unverpackt" am 2. August.

Aktuelle Geschehnisse im Reimformat: Ludwig Müller spielt sein Programm "Unverpackt" am 2. August.

(Foto: Uli Neumann Cosel)

Der "Eulenspiegel Flying Circus" zieht in den Kleinen Posthof des Deutschen Museums.

Von Oliver Hochkeppel

Weniger kann mehr sein: Im Kleinen Posthof des Deutschen Museums präsentierten Kleinkunst-Großveranstalter Till Hofmann und Hausherr Wolfgang M. Heckel die aktuelle Ausgabe des "Eulenspiegel Flying Circus". Zieht doch das einst aus der Not geborene Open-Air-Kleinkunst-Festival jetzt hierher, wo in den vergangenen Sommern noch die vielleicht schönste Corona-Teststation Münchens zuhause war. Einmal, weil der große Innenhof wegen der Bauarbeiten am Deutschen Museum in den nächsten Jahren nicht mehr zur Verfügung steht. Aber auch, weil die Kleinkunst zu den Corona-Verlierern gehört: "Ich höre es von überall, dass im Moment nur noch die Hälfte der früheren Besucher kommen. Das ist schon dramatisch," berichtet Till Hoffmann. Zurückgewinnen könne man das Publikum nur, indem man spielt, verlässlich und in neuen Umgebungen und Formaten.

So wird man es sich jetzt im August im lauschigen Kleinen Posthof gemütlich machen. Vier Premieren und eine Derniere - Luise Kinseher spielt letztmals "Mamma Mia Bavaria" (4.8.) - krönen das Programm: Gleich am 2. August, präsentiert Ludwig Müller in Welturaufführung sein Programm "Unverpackt". Gewohnt multilingual versucht der Tiroler Wahlmünchner die aktuellen Geschehnisse in Reimformat zu verarbeiten. Am 6. August sind dann Robert Blöchl und Roland Penzinger alias "BlöZinger" an der Reihe. Die wunderbar wandelbaren Wiener schlüpfen auch in ihrem neunten Programm "Zeit" wieder zwerchfellerschütternd in diverse Rollen. Nicht minder oft als Rampensau beschrieben, turnt die in Berlin lebende Italienerin mit schwäbischen Wurzeln Patrizia Moresco am 20. August unter dem Titel "Best of Kracher" durch den alltäglichen Wahnsinn. Weniger krachend geht es bei ihrem Landsmann Massimo Rocchi zu. Der in Paris von Marcel Marceau zum Pantomimen ausgebildete studierte Theaterwissenschaftler verwandelt die Welt auch im neuen Programm "Carte blanche" in ein Theater.

Ansonsten sind - auch das passt zu Hofmanns Credo vom Nachhaltigen und Abgespeckten - vor allem Einheimische zu sehen, von Teresa Rizos (5.8.), Christine Eixenberger (9.8.) und Stefan Leonhardsberger (10.8.) über Stefan Kröll (11.8.), Django Asül (12.8.) und Helmfried von Lüttichau (13.8.) bis zu Constanze Lindner (19.8.), Sven Kemmler (26.8.) und Sigi Zimmerschied (30.8.). Begleitet von einigen alten Bekannten aus angrenzenden Regionen, die als Ex- oder Fast-Münchner durchgehen wie zum Auftakt Alfred Dorfer (1.8.), der aktuelle Dieter-Hildebrandt-Preisträger Severin Groebner (18.8.), Michael Hatzius alias Die Echse (21.8.), Matthias Egersdörfer (25.8.), Hosea Ratschiller (27.8.) und Philipp Weber (31.8.). Mit Dreiviertelblut (8.8.) und Der Nino aus Wien (28.8.) ist schließlich auch noch Musik drin.

Eulenspiegel Flying Circus, Mo., 1. Aug., bis Mi., 31. Aug., 19.30 Uhr, Kleiner Posthof im Deutschen Museum, Museumsinsel 1, Tel. 34 49 74

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