Münchner Olympia-PläneKlingbeil sieht Bewerbung als Investition

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Warmlaufen für Sommerspiele? 1972 war der Spitzensport im Münchner Olympiapark zu Gast. Seitdem wurden die Spiele nicht mehr in Deutschland aufgeführt.
Warmlaufen für Sommerspiele? 1972 war der Spitzensport im Münchner Olympiapark zu Gast. Seitdem wurden die Spiele nicht mehr in Deutschland aufgeführt. Robert Haas

Der Vize-Kanzler bekräftigt, dass der Bund Geld gibt für die Olympia-Bestrebungen. Die Politik redet auch in dem Gremium mit, das die Konzepte der Bewerberstädte bewertet.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hält Olympische Spiele in Deutschland für eine gute Investition. „Ja, wir können uns Olympische Spiele leisten und wir sollten uns Olympische Spiele leisten. Sie machen unser Land stärker und besser“, sagte der Vize-Kanzler der Bild am Sonntag.

Der SPD-Politiker führte aus: „Ich bin davon überzeugt, dass der Sport wichtig ist für unsere Gesellschaft und einen sozialen Kitt in unserer Gesellschaft herstellt, den wir in unserem Land dringend brauchen.“ Klingbeil verwies auf die Fußball-WM 2006, das sogenannte Sommermärchen, und auch auf positive Effekte für das Gastgeberland Frankreich durch die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris.

Er sei „fest davon überzeugt, dass solche sportlichen Großevents unser Land stark machen und schöne Ereignisse sind, die unserem Land guttun und die am Ende auch eine Möglichkeit bieten, dass Deutschland sich gut präsentiert“, sagte Klingbeil: „Deswegen haben wir als Bundesregierung sofort gesagt: Wir wollen, dass Olympia hier stattfindet.“ Der Bund hatte Ende 2025 Garantien gegeben, Klingbeil bekräftigte nun abermals: „Wir wollen sowohl die Bewerbung, als auch die Spiele unterstützen.“

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bereits offizieller Bewerber um Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Ende September soll bei einer außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung über die deutsche Bewerberstadt bzw. -region abgestimmt werden.

Die Kandidaten sind neben München, wo die Bewerbung am 26. Oktober 2025 bei einer Bürgerbefragung 66,4 Prozent Zustimmung fand, Köln/Rhein-Ruhr, Hamburg und Berlin. In Nordrhein-Westfalen soll es am 19. April ein Olympia-Referendum geben, in Hamburg ist ein solches am 31. Mai. In Berlin ist aktuell keine Bürgerbefragung geplant.

Ein sechsköpfiges Gremium soll die Kür des deutschen Olympia-Kandidaten im Herbst vorbereiten. Dessen Besetzung ist nun auch klar. Geleitet wird die Evaluierungskommission, die Anfang Februar ihre konstituierende Sitzung abhielt, von DOSB-Präsident Thomas Weikert. Außerdem gehören dem Kreis Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) an, der DOSB-Vorstandsvorsitzende Otto Fricke, die Bundestagsabgeordnete Josephine Ortleb (SPD), Mona Küppers (Präsidentin des Deutschen Segler-Verbandes) und Andreas Michelmann (Präsident des Deutschen Handballbundes).

Die Evaluierungskommission hat neben den sechs stimmberechtigten Mitgliedern noch drei Beisitzer: Kim Bui (Athletenvertreterin im IOC), Jürgen Scholz (Präsident des Landessportverbandes Baden-Württemberg) und Idriss Gonschinska (Vorstandsvorsitzender des Deutschen Behindertensportverbands).

Die Evaluierungskommission überprüft die Bewertung der Konzepte und kann der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB am 26. September in Baden-Baden eine Wahlempfehlung aussprechen, die allerdings für die Delegierten nicht bindend ist.

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