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Olympiapark:Unzulässiger Eingriff

Die CSU scheitert mit der Idee, auf der Olympia-Parkharfe Wohnungen zu bauen

In ihrem Antrag bescheinigen sich die CSU-Stadträtinnen Evelyne Menges und Dorothea Wiepcke indirekt "kreatives und mutiges Denken". Denn das sei angesichts des beengten Raums in der Stadt nötig, wolle man neue Wohnungen schaffen. Weshalb sie die Frage stellen, "warum also nicht die derzeit rund 3900 Pkw-Stellplätze" der Parkharfe im Olympiapark neu organisieren, mit dem Ziel, dort Wohnungen zu bauen? Zumal mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und dem nahen Park bereits eine "hervorragende Infrastruktur" gegeben sei. Dafür schlagen die beiden mehrere Möglichkeiten vor: den Verkehr unterirdisch führen wie im Olympiadorf, den Parkplatz wie am Dantebad auf Stelzen überbauen oder Parkhäuser zum Lärmschutz an den Mittleren Ring bauen, um dahinter ein Wohnquartier zu schaffen. Doch so wird es nicht kommen, laut Planungsreferat aus mehreren Gründen.

Wie das Referat schreibt, widerspreche ein Wohnquartier im Bereich der Parkharfe dem bestehenden Baurecht. Das ließe sich per Bebauungsplan zwar ändern, aber auch das sei keine Option. Denn wegen der dann zwingenden Lärmschutzmaßnahmen "wäre das Olympiastadion wie auch der umgebende Bereich in der Konsequenz künftig nicht mehr mit Großveranstaltungen bespielbar", heißt es in der Antwort. Das betreffe letztlich auch die Olympiahalle sowie die Multifunktionsarena mit 11 500 Plätzen für Eishockey- und Basketballspiele, die derzeit als "SAP Garden" südlich der Parkharfe entsteht. Außerdem stehe es einer "einigermaßen wirtschaftlichen Nutzung des Parks" entgegen, wenn es weniger oder gar keine bewirtschafteten Parkplätze mehr gäbe. Außerdem - planungsrechtlich ebenfalls von Gewicht - "verlangen die Belange des Denkmalschutzes die unveränderte Beibehaltung des heutigen Zustandes", schreibt das Planungsreferat. Einen "behutsamen Umgang mit dem Gesamtkonzept" fordern auch mehrere Stadtratsbeschlüsse.

© SZ vom 03.08.2020 / kors

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