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Olympiapark:Scooter statt Shuttle

Easyride kommt nicht. Jetzt wird nach anderen Lösungen gesucht

Von Johannes korsche, Olympiapark

Ein Shuttleservice zwischen der U3 und der Olympiahalle, wie es die Milbertshofener Bürgerversammlung für Menschen mit Mobilitätseinschränkung gefordert hat, könnte bald seine erste Runde drehen. Laut einer Vorlage des Referats für Arbeit und Wirtschaft sollen die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Olympiapark GmbH die Bemühungen dafür "intensivieren". Allerdings, stellt die Olympiapark GmbH klar, sei ein solcher Shuttleservice an Veranstaltungstagen "nicht möglich". Das Sicherheitsrisiko für die Fußgänger sei zu hoch. Im Bezirksausschuss trifft die Vorlage auf einstimmige Zustimmung. Ende September will sich die Stadt mit der Vorlage beschäftigen.

Der Behindertenbeirat bemängelt schon länger, dass "wichtige Stätten im Olympiapark von der U-Bahnstation Olympiazentrum unzumutbar lange Gehwege erfordern". Wer zum Beispiel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vom Olympiazentrum zur Olympiahalle will, ein Weg von 750 Metern, muss einen ordentlichen Umweg hinter sich bringen. Die MVV-Fahrtauskunft schickt einen dafür aktuell auf eine knapp 40-minütige Reise. Nach zwei Umstiegen (Bus-Tram-Bus) erreicht man den Olympiasee und muss dann immer noch ein gutes Stück zu Fuß laufen.

Abhilfe könnte das Mobilitätskonzept "E-Scooter, Pilotprojekt Olympiapark" bringen, bei dem sich die Olympiapark GmbH dafür ausgesprochen habe, geeignete E-Scooter an Menschen mit Gehbehinderung zum Verleih bereitzustellen. Das Pilotprojekt "Easyride", bei dem ursprünglich autonom fahrende E-Kleinbusse auf zwei Ringlinien durch den Olympiapark fahren sollten, wird zumindest auf diese E-Busse verzichten müssen, teilt die MVG mit. Grund ist die Insolvenz des E-Auto-Start-Ups E.Go.

© SZ vom 11.08.2020
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