Olympiapark Schön flach

Der Entwurf für den neuen Sport-Campus der Technischen Universität im Olympiapark stößt überwiegend auf Zustimmung. Der Verein Olympia Concordia wünscht sich aber noch langfristige Mietverträge für die Sportplätze

Von Nicole Graner, Olympiapark

Der Siegerentwurf des Bregenzer Architekturbüros Dietrich Untertrifaller für den neuen Sport-Campus der Technischen Universität (TUM Campus) im Olympiapark ist am Montag präsentiert worden: ein schlichtes, flaches Gebäude aus Holz, das 130 Millionen Euro kosten wird und etappenweise bis 2022 fertig gestellt sein soll. Am Dienstag haben nun Politiker aus dem Viertel und Anwohner auf Einladung der SPD im Münchner Olympiadorf einen ersten Blick auf die Pläne für den Neubau geworfen, der auf dem ehemaligen ZHS-Gelände entstehen soll. Die meisten finden den Bau architektonisch passend, aber es gibt auch kritische Stimmen - ein Meinungsbild.

Kurt Mühlhäuser, Vorsitzender des Sportvereins Olympia Concordia:

"Ich finde es eine gelungene Planung. Der Bau fügt sich gut in das Gelände ein. Auch ist es schön, dass es nun auf dem Campus die Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften geben wird. Uns als Verein interessiert aber vor allem, ob es bald eine Lösung gibt für die Sportplätze, die wir ja bereits nutzen. Es wäre gut, wenn die TU München die beiden Sportplätze längerfristig an die Stadt München vermieten könnte. Dann hätten wir nicht mehr diesen kurzfristigen Vertrag, den wir alle ein bis zwei Jahre erneuern müssen. Auch könnten bei einem längerfristigen Vertrag dann die Sportplätze erneuert werden. Der Münchner Stadtrat kennt unseren Wunsch auch schon. Wenn dieser Wunsch dann noch zeitnah erfüllt wird, dann wäre das neue Campus-Gelände rundum gut."

Der "Lichtstrahl", der schon auf dem ehemaligen ZHS-Gelände stand, bleibt erhalten. Er wird nur auf dem Gelände in Richtung Norden versetzt.

(Foto: Catherina Hess)

Wolfgang Hülle, Einwohner-Interessengemeinschaft Olympiadorf (EIG):

"Mir gefällt der Entwurf gut. Er ist schön flach und vor allem aus Holz. Auch sind die wesentlichen Punkte eingehalten worden, die die EIG und auch der Bezirksausschuss Milbertshofen-Am Hart gefordert haben. Nämlich, dass die Verkehrserschließung ausschließlich vom Süden her erfolgen soll. Und dass sich der Bau in das denkmalgeschützte Gelände einfügen muss und nicht höher gebaut werden darf."

Manuela Feese-Zolotnitski (EIG):

"Ich finde den Bau auch gut. Die Uni ist hier verankert. Von daher passt das - auch für die EIG, die ja eine weitere Bebauung des Olympiaparks ablehnt."

Wolfram Mattern (SPD), Mitglied des Bezirksausschusses Milbertshofen-Am Hart, Architekt:

"Es ist ganz einfach. Wenn man sich in München anschaut, was Neues gebaut worden ist, dann stellt man fest: Es sind vorwiegend Vierecke. Sehr oft mit kleinen schmalen Fenstern. Damit hat es sich. Und dieser Entwurf für den TU Campus ist wieder nichts anderes als ein Viereck. Mir gefällt der zweite Preis des Architekturbüros Gerber Architekten aus Dortmund viel besser. Er ist viel phantasievoller, hat fließende Formen. Durch die Idee, die Dächer zu begrünen und begehbar zu machen, wurde ein Entwurf geschaffen, der sich loslöst von der üblichen viereckigen Bauweise und eine eigene Aussage hat. Schade."

Sind mit dem Siegerentwurf für den TUM Campus einverstanden: Manuela Feese-Zolotnitski und Wolfgang Hülle von der Einwohner-Interessen-Gemeinschaft.

(Foto: privat)

Erik Brath, (Anwohner aus der Connollystraße:

"Für mich ist der Bau ein Zweckbau. Nicht mehr. Aber er fügt sich in das Gelände ein und ist zum Glück nicht zu hoch gebaut. Allerdings glaube ich, dass die Planung, dass Fahrradfahrer über eine noch auszuweisende Route vom Süden her zum neuen Sport-Campus gelangen, nicht funktionieren wird. Schon jetzt fahren viel zu viele Radfahrer durch die Connollystraße. Ich habe schon Angst davor, dass es dann immer mehr Radfahrer werden, vor allem rücksichtslose Radfahrer. "

Simone Burger, Stadträtin, Sachpreisrichterin beim Wettbewerb:

"Es wurde versucht, mit diesem Entwurf auch die Wünsche des Ausschusses und der Anwohner zu berücksichtigen. Der Bau ist nur zweigeschossig, hell, schön und klar strukturiert. Auch wurde gewährleistet, dass es keine Verkehrs-Erschließung von der Connollystraße her gibt. Bäume und Wälle bleiben erhalten - es sind sogar noch weitere Pflanzungen geplant."