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Olympiapark:Das Rockavaria ist geschrumpft

Rockavaria, Freitag 19 Uhr vom Olympiaturm aus fotografiert

Das Rockavaria 2015 vom Olympiaturm aus fotografiert.

(Foto: Florian Peljak)
  • Das "Rockavaria"-Festival fällt in diesem Jahr etwas kleiner aus als noch zur Premiere.
  • Gut 40 Bands werden an nur noch zwei Konzertorten spielen, darunter Nightwish, Iggy Pop und Iron Maiden als Headliner.

Weniger Bands, günstigere Bands und keine Bühne mehr in der Olympiahalle: Das zweite "Rockavaria"-Festival im Münchner Olympiapark an diesem Wochenende fällt deutlich kleiner aus als die Premiere im vergangenen Jahr. 2015 engagierte der Veranstalter, die Deutsche Entertainment-AG (Deag), als Hauptbands Muse, Kiss und Metallica. In diesem Jahr sind die Headliner an den drei Festivaltagen vom 27. bis 29. Mai: Nightwish, Iggy Pop und Iron Maiden. Deag-Vorstandschef Peter Schwenkow spricht im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur von "etwas anderen Headlinern". Und er ergänzt, man habe in diesem Jahr "deutlich weniger Kosten".

Statt mehr als 60 Bands wie im vergangenen Jahr treten in diesem Jahr gut 40 Bands auf. Und es gibt nur noch zwei Konzertorte: das Olympiastadion mit zwei nebeneinanderliegenden Bühnen, die abwechselnd bespielt werden, und eine im See schwimmende Bühne. Man habe im vergangenen Jahr "einfach zu viele" Bands gehabt, sagt Schwenkow, "jetzt sind wir in einer Größenordnung angelangt, wo sich jeder alles angucken kann".

Die Neugründung dreier großer mehrtägiger Festivals in München, Wien und Gelsenkirchen im vergangenen Jahr hat sein Unternehmen finanziell schwer belastet. In der Meldung über das Geschäftsjahr 2015 heißt es, das wirtschaftliche Ergebnis der Festivals sei "enttäuschend und deutlich unter den Erwartungen" gewesen. Der Konzern wies bei einem Umsatz von 200,4 Millionen Euro einen Verlust von 18,8 Millionen Euro aus.

Wie das erste Rockavaria lief

Anders als schon lang etablierte Konkurrenzveranstaltungen wie Rock am Ring und Rock im Park waren die Deag-Festivals offenbar bei weitem nicht ausverkauft. Zum ersten Rockavaria etwa sollen nach Angaben der Veranstalters etwa 49 000 Besucher pro Tag gekommen sein - eine nicht anderweitig überprüfbare Angabe, die angesichts teils sehr vieler freier Plätze im Stadion ziemlich hoch gegriffen wirkte. Zugelassen war das Gelände für 68 000 Zuschauer.

Schwenkow sagt nun: "Den zweistelligen Millionenbetrag haben wir im vergangenen Jahr investiert, in diesem Jahr planen wir mit einer schwarzen Null." 35 000 Zuschauer erwartet er in diesem Jahr in München. Die Konzerte beginnen am Freitag um 16 Uhr, am Samstag und Sonntag jeweils um 14 Uhr. Neben den Headlinern treten unter anderem auch Indie-Bands wie Mando Diao und Metal-Bands wie Slayer und Anthrax auf. Es gibt an den Kassen im Olympiapark noch sowohl Drei-Tages-Pässe (160/170 Euro) als auch Tagestickets (75 bis 90 Euro) für alle Veranstaltungstage.

Im Internet war während des Vorverkaufs Kritik zu lesen, 160 Euro für den Drei-Tages-Pass seien zu viel, schließlich bekomme man bei Rock im Park eine Woche später in Nürnberg für etwas mehr Geld doppelt so viele Bands. Dem entgegnet Schwenkow, im Olympiapark sei nun einmal spätestens um 23 Uhr Schluss. Länger dürfen Open-Air-Konzerte dort nicht dauern. "Bei Rock im Park wird die Nacht durchgespielt - da kann man dann natürlich auch mehr Bands auftreten lassen."

Den Vergleich mit der Konkurrenzveranstaltung in Nürnberg will Schwenkow auch nicht gelten lassen: "Das eine ist campen und die Sau rauslassen. Und wir machen das, was man ein Urban Festival nennt." Mit diesem Begriff hat Schwenkow schon im vergangenen Jahr für sein Festival im Olympiapark geworben. Camping ist dort nicht erlaubt.

Trotz aller bisheriger Schwierigkeiten plant die Deag nach Schwenkows Worten, das Rockavaria in München fortzuführen. Es stehe "außer Frage", dass es dieses Festival weiterhin geben werde.

(Mit Material von dpa)

© SZ.de/sekr/dpa/mmo

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