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Olympiadorf:Zu gefährlich

Bushaltestelle am Olympiazentrum, 2016

Seit zehn Jahren wird der Busbahnhof nicht mehr genutzt, das Dach soll 2023 saniert werden.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Streetfood-Festival am alten Busbahnhof abgesagt

Von Lea Kramer, Olympiadorf

Wenn sich der Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Milbertshofen-Am Hart, Fredy Hummel-Haslauer (SPD), zu einer Mitteilung aus der Verwaltung nur mit Schulterzucken und einem: "Ich sage dazu jetzt nichts" äußert, ist klar, was er von der Absage des geplanten Streetfood-Festivals am verwaisten Olympia-Busbahnhof hält. Seit mehr als zehn Jahren, seit die U-Bahn Richtung Moosach verlängert worden ist, ist dieser Ort ungenutzt und allmählich ziemlich heruntergekommen. Der BA versucht immer wieder, ihn zu beleben. Im vergangen Jahr kam die Idee auf, dass dort ein kulinarisches Fest mit Speisen und Getränken aus den Teilnehmerländern der Olympischen Spiele im Jahr 1972 veranstaltet werden könnte. In diesem Jahr war dafür ein Testlauf angedacht. Um dann im kommenden Jahr, wenn sich die Olympischen Sommerspiele zum 50. Mal jähren, ein bereits erprobtes Olympiafest feiern zu können und zusätzlich um vielleicht schon dieses Jahr etwas mehr Leben auf das verwaiste Gelände des Busbahnhofs zu bringen.

Die Ansicht, der Bereich könne mehr Besucher vertragen, teilt die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nicht. "Auf den zwischen den Aufgängen der U-Bahn liegenden Flächen ist aufgrund des stark sanierungsbedürftigen Daches die Verkehrssicherheit nicht gegeben", heißt es in einer Stellungnahme an den BA aus dem Mobilitätsreferat. Aus diesem Grund sei der Bereich gesperrt und könne vor den European Championships im August 2022 nicht anderweitig genutzt werden.

Einen Trost gibt es allerdings: Es ist geplant, dass der Busbahnhof bis zum Sommer optisch aufgewertet und in einen "angemessenen Zustand" gebracht wird, schreibt die MVG. Außerdem sei eine Kunstinstallation geplant. 2023 sei die Sanierung des Dachs der alten Haltestelle vorgesehen. Der Busbahnhof steht zwar nicht selbst unter Denkmalschutz, gehört aber zum geschützten Ensemble Olympiapark. Seit Jahren wird darüber diskutiert, was mit dem derzeit dem Verfall preisgegebenen Gelände passieren soll.

© SZ vom 11.05.2021
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