Aufarbeitung des Olympia-Attentats 1972:Geschichte einer unendlichen Enttäuschung

Lesezeit: 3 min

Vor dem Towergebäude auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck steht im September 1972 der ausgebrannte Hubschrauber, der zum Symbol wurde für die gescheiterte Befreiungsaktion der bayerischen Polizei. (Foto: Heinz Gebhardt/imago)

Lügen, verdrängen, schönreden - was die Hinterbliebenen der israelischen Attentatsopfer an den Deutschen bis heute erzürnt.

Von Roman Deininger und Uwe Ritzer

Die Stimmung in Israel kippt in wenigen Stunden. Am Morgen des 6. September 1972, als das ganze Ausmaß des Massakers von Fürstenfeldbruck erkennbar ist, sind es israelische Medien und einzelne Politiker, die wütend auf die Deutschen schimpfen. Ministerpräsidentin Golda Meir hält sich zunächst zurück. Sie telefoniert mit Bundeskanzler Willy Brandt, der ihr zum Tod der elf israelischen Olympioniken derart mitfühlend kondoliert, dass die Regierungschefin anschließend ihre Leute zur Mäßigung mahnt. Sie schickt sogar einen Brief nach Bonn. "Wir wissen zu schätzen, was Ihre Regierung in einem verzweifelten Versuch unternommen hat, um das Leben unserer Sportler zu retten, ohne der brutalen Einschüchterung nachzugeben", schreibt sie an Brandt.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusOlympia-Attentat 1972
:"Diese Summe ist beleidigend"

Am 5. September soll in Fürstenfeldbruck an die Opfer des Olympia-Attentats erinnert werden. Doch der Gedenkakt könnte in einem Eklat enden - wenn zuvor nicht die Frage der Entschädigung geklärt wird.

Von Roman Deininger, Georg Mascolo und Uwe Ritzer

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: