Olympia-Attentat 1972:Seehofer verspricht Gedenkraum in München

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"Wir können die Wunden nicht heilen, aber wir können versuchen, den Schmerz zu lindern": 40 Jahre nach dem Olympia-Attentat 1972 verspricht Bayerns Ministerpräsident Seehofer Israel einen Gedenkraum in München.

Dominik Hutter und Christian Krügel

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ist immer für eine Überraschung gut, selbst bei den Gedenkfeiern zum Jahrestag des Olympia-Attentats. Nach einem Gespräch mit Israels Vize-Premier Silvan Shalom kündigte er an, dass Bund und Freistaat gemeinsam mit der Stadt München, dem DOSB und der Israelitischen Kultusgemeinde einen "Gedenkraum" an das Attentat in der Nähe des Anschlagsortes einrichten werden. "Wir können die Wunden nicht heilen, aber wir können versuchen, den Schmerz zu lindern", sagte Seehofer.

Über eine Gedenkstätte in München oder Fürstenfeldbruck war in den vergangenen Wochen immer wieder diskutiert worden. Die Münchner CSU hatte sogar die Ruine des alten S-Bahnhofs Olympiastadion als Standort ins Gespräch gebracht. Doch nie war von einer gemeinsamen Initiative von Bund, Land und Stadt die Rede, wie sie jetzt Seehofer ankündigte. Selbst die Staatskanzlei war offenbar davon überrascht. Es gelte, was Seehofer gesagt habe, mehr Informationen gebe es derzeit nicht, hieß es auf Nachfrage. Der Ministerpräsident wolle bei seiner Israel-Reise kommende Woche mit Regierungschef Benjamin Netanjahu darüber reden.

Das Münchner Rathaus bestätigt den Eingang eines Briefes von Kultusminister Ludwig Spaenle, der um ein erstes Grundsatzgespräch gebeten habe. Offenbar befindet sich die Konzeption des "Gedenkraums", der öffentlich zugänglich und deutlich sichtbar sein soll, noch in der Anfangsphase - bislang hat es noch kein Gespräch gegeben. Überlegt wird, in dem Raum die Biografien der Terroropfer zu präsentieren. Die Finanzierung des Projekts ist noch ebenso ungeklärt wie die Trägerschaft.

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