Oktoberfest 2011 "Ozapft is"

Das größte Volksfest der Welt ist eröffnet: Mit zwei Schlägen zapfte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude das erste Faß Wiesnbier an. Der Andrang ist heuer wieder groß. Bereits in den frühen Morgenstunden strömen Tausende auf die Festwiese. Die ersten Zelte wurden bereits wegen Überfüllung geschlossen.

Das größte Volksfest der Welt ist eröffnet: Um 12 Uhr hat Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) im Schottenhamel-Zelt mit den obligatorischen Worten "Ozapft is" das 178.Oktoberfest eröffnet. "Auf eine friedliche Wiesn" ruft er den Besuchern zu - und überreicht die erste Maß dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU).

In diesen Jahr wurden die beiden besonders genau beobachtet. Denn bei der Landtagswahl 2013 wird Ude als Spitzenkandidat der SPD gegen Seehofer antreten. Doch von Rivalitäten keine Spur: Beide stießen einträchtig "auf eine friedliche Wiesn" an. Seehofer sagte zuvor: "Die Wiesn ist traditionell eine politikfreie Zone. Und so wollen wir es heut' auch halten."

Mit Spannung wurde erwartet, wie viele Schläge der SPD-Politiker für das Anzapfen des Fasses braucht. Und auch heuer waren nur zwei Schläge nötig. Das war Ude in den vergangenen Jahren bereits vier Mal gelungen. Kleiner Wermutstropfen: Ude setzte zwei Sekunden zu früh zum Schlag an.

Auch in diesem Jahr müssen sich die Wiesn-Besucher auf erhöhte Bierpreise einstellen. Zwischen 8,70 Euro und 9,20 Euro kostet die Maß. Damit wird erstmals die Neun-Euro-Grenze geknackt. Das Oktoberfest dauert heuer 17 Tage bis zum 3. Oktober. Erwartet werden etwa sechs Millionen Fans aus der ganzen Welt.

Raucher müssen in diesem Jahr erstmals damit rechnen, dass das kategorische Rauchverbot auch streng kontrolliert wird - den Wirten droht bei einem nachlässigen Umgang damit der Entzug der Lizenz.

Wegen Überfüllung geschlossen

Gut eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung des Oktoberfestes mussten viele Zelte bereits wegen Überfüllung geschlossen worden. Es bildeten sich große Menschentrauben vor den Eingängen, die Ordner mussten die Massen in Schach halten.

Die ersten Besucher waren bereits im Morgengrauen gekommen, um sich einen der begehrten Zelt-Plätze am ersten Wiesn-Tag zu sichern. Mancher legte sich auch erst mal auf eine Bierbank, um ein Nickerchen zu halten. Am Vormittag strömten die Menschen dann zu Tausenden Richtung Theresienwiese - die meisten festlich herausgeputzt in Dirndl und Lederhosen.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind in diesem Jahr noch einmal verschärft worden. Erstmals sollen neben mehreren hundert Polizisten auch knapp 200 Hochsicherheitspoller das Volksfest vor möglichen Terroranschlägen schützen. Drei Sperrgürtel sollen ebenfalls für Sicherheit sorgen. Eine konkrete Bedrohung gibt es nach Angaben der Behörden aber nicht.

Die Geschichte des Oktoberfestes geht auf das Jahr 1810 zurück, als Kronprinz Ludwig in einer prunkvollen Zeremonie Therese von Sachsen-Hildburghausen das Ja-Wort gab. Ein riesiges Festtreiben belebte die Innenstadt. Das Bier kostete drei Kreuzer und drei Pfennige. Rauchen im Bierzelt war kein Thema, denn beim allerersten Oktoberfest gab es keine geschlossenen Zelte, nur offene Buden aus Brettern.

Das Fest sollte vier Jahre nach der Proklamation des Königreichs, dem nun große Teile Frankens und Schwabens angehörten, das Gemeinschaftsgefühl fördern und die Ausrichtung auf die Residenzstadt München sowie die Wittelsbacher unterstreichen. "Volksfeste freuen mich besonders. Sie sprechen den Nationalcharakter aus, der sich auf Kinder und Kindeskinder vererbt", lautete entsprechend der Kommentar des Kronprinzen. Ein Pferderennen war am 17. Oktober Höhepunkt und Abschluss der fünftägigen Feiern.

1818 gab es das erste Karussell und zwei Schaukeln. Außerdem kamen Kegelbuden und diverse Spielangebote auf, vom Sacklaufen bis zum Wagenradlaufen, bei dem Wagnergesellen ein Rad über eine bestimmte Strecke trieben. Die ersten Bierburgen stellten ab 1896 unternehmungslustige Wirte auf. Es folgten Schaubuden und Varieté mit entsprechenden Sensationen. Erstmals ein echter Teil des Volksfestes ist heuer die "Oide Wiesn" mit Volksmusik, urbayerischen Schmankerl und historischen Fahrgeschäften. Die Münchner hatte vergangenes Jahr zum 200-jährigen Jubiläum des Volksfestes vehement mehr Tradition zur Wiesn verlangt.

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