Oktoberfestattentat Soko-Leiter soll abgelöst werden

Zwei Jahre nach der Wiederaufnahme der Ermittlungen zum Oktoberfestattentat fordert Opferanwalt Werner Dietrich, den Soko-Leiter beim Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) abzulösen. Zudem beantragte er beim Generalbundesanwalt Peter Frank, die Ermittlungen an ein anderes Landeskriminalamt abzugeben. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft sagte jedoch, es gebe keine Anhaltspunkte, dass nicht sachgerecht ermittelt werde. Der Münchner Soko-Chef ist, wie berichtet, einer von sechs LKA-Beamten, gegen die in Nürnberg wegen eines V-Mann-Einsatzes im Rockermilieu ermittelt wird. Was ihm konkret vorgeworfen wird, ist nicht bekannt. Seine Mandanten seien der Ansicht, dass ein durch ein Ermittlungsverfahren vorbelasteter Beamter als Leiter der Soko ungeeignet sei, schrieb Dietrich an den Generalbundesanwalt. Als diese Verwicklung des LKA-Mitarbeiters vor einem Monat bekannt wurde, hatten SPD und Grüne im Landtag gefordert, ihn für die Dauer der Ermittlungen zumindest von leitenden Aufgaben zu entbinden.

Im September 1980 hatte eine Bombe am Haupteingang der Wiesn zwölf Besucher in den Tod gerissen und mehr als 200 verletzt. Es war der blutigste rechtsradikale Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik.