Oktoberfest-Trachten"Das geht eher Richtung Fasching"

Traditionell oder Trash? Zum Trachtenumzug auf dem Oktoberfest analysiert Schneiderin Traudl Stacheter die Dirndl und Lederhosen, die wir ihr vorgelegt haben.

Dirndlschneiderin, keine Dirndldesignerin.

Dirndlschneiderin sei sie, sagt Traudl Stacheter, keine Dirndldesignerin. "Eine Designerin gibt vor, was die Leute zu tragen haben", sagt sie, "ich richte mich nach den Wünschen der Kundin und nach ihrem Typ." Traudl Stacheter führt zusammen mit ihrer Tochter Anna das Atelier Tracht & Handwerk in dem kleinen Ort Baiern bei Glonn, nebenbei hält sie auch Vorträge im Trachten-Informationszentrum des Bezirks Oberbayern in Benediktbeuern.

Stacheter weiß also, was Tracht ausmacht, wo sie echt ist und wo sie ins Kasperlgewand hinüberlappt, wie so oft auf dem Oktoberfest. Dabei ist sie gar keine Traditionalistin: "Es gibt ja historisch erhaltene Trachten, die würde heute im Leben kein Mensch mehr anziehen wollen." In manchen Gegenden sei es einfach versäumt worden, die Tracht behutsam zu erneuern. Einen Wandel habe es aber immer gegeben, "und deshalb ziehen die jungen Leute in manchen Orten noch immer gerne Tracht an".

Vor allem historische Trachten sieht man am Sonntag auf dem Trachten- und Schützenzug von der Maximilianstraße über den Odeonsplatz zur Theresienwiese. Was von anderen Formen der Tracht zu halten ist, erläutert Stacheter an einigen Beispielen, die wir ihr vorgelegt haben.

Fotos: Simon, Schunk, Schachten, People Image, Hörhager/dpa, oh

Bild: Claus Schunk 18. September 2016, 08:382016-09-18 08:38:07 © SZ.de/jey