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Wiesnkrug 2020:Keine Lücke

So sieht er aus, der offizielle Wiesnkrug der Stadt München für das ausgefallene Oktoberfest 2020. Vorgestellt wird er auch noch demnächst, heißt es vom Wirtschaftsreferat.

(Foto: Oktoberfest)

Die Stadt stellt den Wiesnkrug 2020 vor - obwohl es ja gar keine Wiesn gibt

Damit ist das Jahr natürlich gerettet. Zumindest für die Sammler des jährlich neu gestalteten Oktoberfestkrugs. Den kann man nun auch für das Jahr 2020 erwerben, beim Paulaner-Festzelt ist er zum Beispiel bereits für 30 Euro ohne Zinndeckel und für 50 mit Deckel erhältlich. Und wenn nun jemand spontan sagt: Geht's noch? Ein Wiesnkrug ohne Wiesn? Das ist ja wie eine Goldmedaille ohne Olympia oder wie ein Biergarten ohne Kastanien. Dann muss die Gegenfrage erlaubt sein: Wofür ist dieser Krug eigentlich gedacht?

Auf jeden Fall nicht, um damit eine Mass auf der Theresienwiese zu trinken. Das wäre ja noch schöner. Wenn dann auch die Zinndeckelversion die hochmodernen Spülanlagen zerkratzt. Nein, so ein Krug ist zum einen ein Sammlerstück und zum anderen eine Erinnerung, etwa an: "Weißt du noch, 2007, als wir noch jung waren und nach vier Mass unfallfrei unseren Studiengang aufsagen konnten?" Solche Dinge. Oder die leckerste Zuckerwatte respektive die tollste Eroberung, je nach Alter. Insofern kann man davon ausgehen, dass nicht nur Sammler glücklich werden, die sonst nicht wüssten, wie sie die Lücke im Regal zwischen dem 19er- und 21er-Krug füllen sollen, sondern auch solche, die wenigstens irgendetwas haben möchten, was 2020 oktoberfestlich ist.

Der Krug ist der offizielle Krug der Stadt, nicht der Wiesnwirte, wie deren Sprecher Peter Inselkammer bestätigt. Man wolle eben eine "lückenlose Reihe" bieten, sagt Wolfgang Nickl vom zuständigen Wirtschaftsreferat. Und es gebe bereits Anfragen aus der ganzen Welt. Im Jahr 2020 ist so ein Krug ja irgendwie auch ein ganz besonderes Erinnerungsstück. Oder, wie Eduard Reinbold vom Schützenzelt sagt: "Ist doch gut, damit man die Wiesn nicht vergisst."

© SZ vom 02.07.2020 / cro
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