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Neue Fahrgeschäfte:Rundumadum auf der Wiesn

Der Bayern Tower auf dem Oktoberfest in München

Im Bayern-Tower kann man sich alles Neue auf der Wiesn von oben ansehen.

(Foto: Robert Haas)

Das Oktoberfest hat auch dieses Jahr wieder eine Reihe von neuen Fahrgeschäften zu bieten. Meistens wird man darin herumgeschleudert. Ein Rundgang.

Neuigkeiten gibt es ja jedes Jahr auf der Wiesn, aber in diesem Jahr sind es besonders viele, bei denen es rund geht. Also im weitesten Sinne im Kreis, und das meistens auf Schienen. Beim offiziellen Rundgang mit der Stadtspitze zu den neuen Attraktionen, wie immer am Donnerstag vor der Eröffnung, waren diesmal erstaunlich viele Fahrgeschäfte dabei, bei denen man in Gondeln und meist auf Schienen im Kreis herumgeschleudert wird. Meist handelt es sich dabei um sogenannte "Coaster", eine Art Achterbahn ohne Achter, gewissermaßen.

Eine echte Lücke auf diesem Gebiet füllt dabei offensichtlich die Pirateninsel von Willy und Andrea Kinzler in der Straße 2 hinter der Ochsenbraterei. Das ist ein sogenannter "Family Coaster", oder wie es Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU) formulierte, "ein Mittelding zwischen Achterbahn und Kinderkarussell". Kinder von sechs Jahren an können es schon alleine fahren, Kinder ab vier in Begleitung eines Erwachsenen. Die 105 Meter Schienenweg führen auf zwei Etagen auch mal über schräge Kurven. Die Testfahrt überstanden aber auch Baumgärtner und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) recht gefasst. "Und dabei", so Baumgärtner, "haben wir beide eine Aversion gegen schnelle Fahrgeschäfte."

Dienstfahrt: Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (rechts) und CSU-Fraktionschef Manuel Pretzel.

(Foto: Robert Haas)

Reiter war nach fünf Jahren erstmals wieder zu einem Rundgang gekommen, zuvor hatte er das seinem Zweiten Bürgermeister und Wiesnchef Josef Schmid (CSU) überlassen, der aber vergangenen Herbst in den Landtag wechselte. "Und nachdem der Baumgärtner noch nicht Bürgermeister ist", so Reiter, "komme ich heute halt selber." Er sei aber auch sonst viel auf der Wiesn: An die 30 Termine weise sein Kalender fürs Oktoberfest aus.

Den Spinning Racer mit seinen um die eigene Achse rotierenden Gondeln im Ostteil der Straße 2 wird er dabei wohl nicht fahren. Der ist zwar "ein echtes Münchner Kindl", wie Baumgärtner erklärte, das von einer Spezialfirma am Frankfurter Ring konstruiert und hergestellt, aber eben auch mit einer sogenannten "Immelmann-Kurve" ausgestattet - "die höchste Steilkurve, die bei Achterbahnen vorkommt", so Schaustellerin Angela Bruch.

Von der Virtual-Reality-Achterbahn (im Bild) bis zum Family-Coaster ist alles vertreten, was Schienen hat.

(Foto: Robert Haas)

Auch der Heidi-Coaster in der Schaustellerstraße ist nicht ohne. Ein bisschen erinnert er an die Wilde Maus. Die Gondeln, die überdimensionalen Waschzubern gleichen, werden mittels eines Booster-Lifts bis auf 13 Meter Höhe hinauf katapultiert und fahren dann durch teilweise recht enge Kurven. Und warum "Heidi"? Wegen der Berge, sagt Schausteller Ewald Schneider. "Und weil ich mir letztes Jahr ein Dirndl kaufen wollte", so seine Frau Christina, "das Heidi hieß und sehr teuer war. Unsere Heidi hier ist noch teurer." In der Herstellung, die Fahrpreise sind mit sieben Euro für Erwachsene und fünf für Kinder im Rahmen. Wer will, kann auch ein Foto von sich und Heidi erstehen. Eigene Fotobuden sind auf der Wiesn ein neuer Trend bei Fahrgeschäften; es gibt sie heuer gleich bei drei Coaster-Bahnen. Bisher waren sie nicht erlaubt, nun hat's die Stadt gestattet.

In der Kulisse antiker Tempel kann man sich mit der Groß-Wildwasserbahn Poseidon beim Familienplatzl in der Straße 3 Ost nass spritzen lassen - inklusive Schussfahrten aus zwölf und sieben Metern Höhe. Schausteller Markus Heitmann - seine Familie ist seit 1833 auf Jahrmärkten unterwegs - sagt, Karussells und Bahnen mit Themenwelten seien international der neueste Schrei in der Fahrgeschäftebranche.

In der Kulisse antiker Tempel kann man sich mit der Groß-Wildwasserbahn Poseidon beim Familienplatzl nassspritzen lassen.

(Foto: Robert Haas)

Ein Renner dürfte auch "Dr. Archibald - Master of Time" in der Straße 4 Ost werden. Es handelt sich dabei um eine Abenteuerbahn, bei der man - ausgestattet mit einer Virtual-Reality-Brille - durch komplett künstliche Welten und futuristische Städte fährt, bevölkert mit Dinosauriern und Fantasiewesen, mal unter, mal über Wasser. Zum Vorspiel trifft man in einer uralten Bibliothek auf künstliche Menschen, und zum Abschied darf man sich durch einen Hindernis-Parcours mit Wackel-, Wasser- und Soundeffekten bewegen.

Rund geht es auch beim Kettenflieger "Bayern Tower" in der Matthias-Pschorr-Straße, unweit der Käfer-Schänke - und das in beinahe 90 Metern Höhe. Denn so hoch ist der "überdimensionale Maibaum aus Stahl" (Baumgärtner), mit dem schwindelfreie Menschen sicher viel Spaß haben werden. Schausteller Egon Kaiser sagt, man habe versucht, den Spaß an Bayern "eher traditionell, nicht ballermannmäßig" umzusetzen.

Erfreulicherweise gibt es aber auch noch ein paar ruhigere Attraktionen. So findet man mit der Münchner Ski-Party in der Schaustellerstraße ein klassisches "Belustigungsgeschäft" inklusive Irrgarten, Hindernisparcours und Springbrunnentunnel. Es gibt das Fotostudio Marilyn für Verehrer der Monroe, die sich auch einmal wie ihr Idol fotografieren lassen wollen. Auf der Oiden Wiesn findet man erstmals eine hölzerne Kegelbahn (beim Museumszelt), eine Sonderausstellung des Deutschen Schaustellermuseums, eine Bonbonmanufaktur sowie vor dem Zelt Zur Schönheitskönigin einen Weißbier-Pavillon.

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