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Hotelpreise beim Oktoberfest:Des Wahnsinns fette Wiesnbeute

Auftakt zum Oktoberfest in München Bayern Deutschland Besucheransturm am ersten Abend

Jedes Jahr kommen ca. sechs Millionen Besucher zur Wiesn.

(Foto: imago)

Alle Welt will zum Oktoberfest, sehr zur Freude der Hoteliers. Die Zimmerpreise steigen um bis zu 524 Prozent - dabei ist München auch sonst schon deutschlandweit die teuerste Stadt für Übernachtungen.

Das Oktoberfest birgt eine Reihe von Mechanismen, die jedes Jahr gleich ablaufen: Kneipen und Lokale um die Theresienwiese herum zum Beispiel sperren entweder zu oder ergeben sich in den After-Wiesn-Wahnsinn. In den Supermärkten landen zweifelhafte Geschmacksfreuden wie Oktoberfest-Tiefkühlpizzen mit Würstelbelag. Und sämtliche Hotels in der Umgebung, wobei Umgebung sehr frei auszulegen ist, erhöhen saftig ihre Zimmerpreise.

Das Vergleichsportal check24.de ermittelt jährlich, wie viel die Nacht im Hotel zur Wiesn kostet - dieses Jahr liegen die Preise mit durchschnittlich 316 Euro pro Übernachtung im Doppelzimmer 68 Prozent über dem Septemberschnitt. Der Monat September ist wegen des Oktoberfestes ohnehin schon teurer als andere Monate; im Schnitt kosten die Zimmer dann 188 Euro, im August etwa lag der Preis durchschnittlich bei 108 Euro. In der Spitze sind Zimmer im Umkreis von drei Kilometern der Festwiese stolze 524 Prozent teurer.

Schon die hiesige Bevölkerung stöhnt über die Kosten, die so ein Festtagsbesuch mit sich bringt. Wer extra anreist und nicht gerade zelten möchte, der darf es mit den Euro-Beträgen erst recht nicht so genau nehmen. Die Australier und Japaner, die ihr "Once in a lifetime"-Erlebnis auf der Wiesn suchen, mögen aus ihrer Heimat stolze Preise vielleicht gewohnt sein, anders aber der Kölner oder der Berliner. Selbst abseits des Oktoberfestes ist München deutschlandweit die teuerste Stadt für Übernachtungen, wie das Hotelportal HRS ermittelt hat: Im zweiten Quartal 2019 sind hier durchschnittlich 122 Euro für ein Zimmer fällig, der deutschlandweite Schnitt liegt bei 93 Euro. Das überrascht den Münchner freilich nicht. Einen Vorteil hat es für ihn selbstredend auch: Sollte ihm die Wiesn zur unausstehlichen Plage werden, kann er anderswo vergleichsweise günstig unterkommen.

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Die Preissteigerungen zum Oktoberfest verhalten sich im Übrigen ähnlich zu denen im Vorjahr. Es ließe sich also sagen, dass die Hotelpreise nicht in einer unaufhaltbaren Aufwärtsspirale nach oben klettern, sondern annähernd gleich hoch sind wie immer. Angebot und Nachfrage - der Münchner kennt es vom Mietmarkt. Wer jetzt zum Beispiel noch ein Zimmer zum sogenannten Italienerwochenende sucht, etwa auf dem Internetportal booking.com, könnte für die beiden Nächte mit seiner Begleitung im Munich Hotel by Leonardo Hotels unterkommen - für 661 Euro. Das laut Eigenauskunft "fabelhafte Frühstück" ist in diesem Preis zwar nicht mitinbegriffen, dafür liegt die Unterkunft in Thalkirchen zumindest an der richtigen U-Bahnlinie.

Wer auf das Budget achten muss, dem bleibt nicht mehr viel anderes übrig, als für 140 Euro zweimal in einem der Oktoberfest-Camps zu schlafen, Zeltlager, die zum Beispiel in Riem oder Unterföhring stehen. Und für die Fraktion, die sich auch spontan noch im Käferzelt einen hübschen Tisch in der Box organisieren lassen kann, wo der gekühlte Champagner nur darauf wartet, verspritzt zu werden, hat das Mandarin Oriental sogar noch die 90 Quadratmeter große Turm-Suite mit Kamin und kuscheligen Bademänteln frei - für 9600 Euro für zwei Nächte.

Durchschnittlich kosten die Übernachtungen am mittleren Wiesnwochenende 316 Euro. Mindestens 189 Euro, hat check24.de ermittelt, koste das Doppelzimmer - Zeltcamps außen vor -, ein vergleichbares Zimmer ist nach der Wiesn wieder für 78 Euro zu haben. Im letzten Jahr war der Unterschied sogar noch ein wenig eklatanter: Da war das günstigste Zimmer für 220 Euro zu haben, nach dem Theresienwiesenwahnsinn für 62 Euro.

In jedem Fall lohnt es sich auch jetzt noch Angebote zu vergleichen, um Geld zu sparen und nicht in einer Wucher-Kaschemme in Moosach zu landen. Noch mehr lohnt es sich für Besucher natürlich, gute Kontakte zu offenherzigen Münchnern zu pflegen. Allerdings haben die heutzutage auch nicht immer ein Gästezimmer, welches sie zur Verfügung stellen können - und manch einer ist in der heißen Phase zwischen September und Oktober vielleicht zum ersten Mal ein wenig erleichtert, sich nur den allernötigsten Platzbedarf in seiner Heimatstadt leisten zu können.

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