Oktoberfest:Das Wiesn-Plakat 2017: freundlich, klassisch, langweilig

Oktoberfest: Josef Schmid stellt das Wiesn-Plakat für 2017 vor.

Josef Schmid stellt das Wiesn-Plakat für 2017 vor.

(Foto: Robert Haas)
  • Der Siegerentwurf für das Plakat zum Oktoberfest 2017 steht fest.
  • Bewerbungen für das Logo konnten dieses Jahr zum ersten Mal per Online-Verfahren eingereicht werden, danach entschied eine 14-köpfige Jury über das Plakat.

Von Franz Kotteder

Es ging nicht gerade ein bewunderndes Raunen durch die Reihen, als Wiesnchef und Zweiter Bürgermeister Josef Schmid (CSU) den Siegerentwurf des diesjährigen Wettbewerbs für das Oktoberfestplakat enthüllte. Sarah Eigenseher und Hanna Hodžić, zwei Designstudentinnen der Nürnberger Technischen Hochschule, haben es zusammen in den Semesterferien entworfen.

Und es hat sich wirklich gelohnt, sie setzten sich gegen 142 Mitbewerber durch und bekommen nun für ihren ersten Platz 2500 Euro. Platz zwei ging an Lissy Mödl aus München, Platz drei an Benjamin Nitsch aus Huglfing.

Freilich lautete die einzige Frage bei der Präsentation der ersten drei Plätze am Mittwoch auch: "Ist das nicht ein bisschen langweilig?" Bürgermeister Schmid als Mitglied der Jury, die am Dienstag die Auswahl getroffen hatte, wollte da kein künstlerisches Urteil abgeben, sondern meinte: "Das ist ein sehr einprägsames Design und so freundlich, wie das Oktoberfest halt ist." Dann erläuterte er den Ablauf des Verfahrens, das heuer zum 65. Mal stattfand.

Erstmals handelte es sich teilweise um einen Online-Wettbewerb auf dem offiziellen Stadtportal muenchen.de: Wer teilnehmen wollte, konnte seinen Entwurf dort hochladen. Aus den 143 eingegangenen Enwürfen wählte die Jury in einer ersten Runde dann 48 aus, die sich dem Online-Votum der Öffentlichkeit stellen mussten. Insgesamt 130 000 Mal wurde auf die Seite mit den Plakatentwürfen zugegriffen, 30 000 Menschen gaben ihre Stimmen ab. Die 30 beliebtesten Plakate wurden dann wieder der Jury vorgelegt.

Die besteht aus 14 Mitgliedern, darunter Fachleuten aus Werbung und Design, den Sprechern der großen und der kleinen Wiesnwirte sowie Tourismusexperten und fünf Stadträten. Auf die Werber, verriet Josef Schmid, werde besonders gehört: "Die wissen, worauf es ankommt, wenn so ein Motiv nicht nur auf Plakaten, sondern auch auf Masskrügen und Feuerzeugen abgebildet wird." Schließlich werde das Motiv auf 25 verschiedene Lizenzartikel gedruckt, die Stadt nimmt damit 100 000 Euro an Gebühren ein, mit denen zum Beispiel wieder der Plakatwettbewerb finanziert wird. Besonders beliebt sei der offizielle Sammlerkrug, den die Stadt seit 1978 herausgibt.

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