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Oktoberfest:"Das wäre doch der Wahnsinn, direkt neben der Wiesn weiterzutanzen"

Schauspielerin Kathrin-Anna Stahl (links) probiert aus, wie die Räume der Urbanauten aussehen könnten. Designer Konstantin Landuris, Marco Böhlandt, Anton Leiss-Huber und Chamila Egerer sind skeptisch.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Die Zwischennutzung im ehemaligen Hacker-Pschorr-Bräuhaus sowie der integrierten Trattoria Bella Birreria und der B7-Sportsbar geht los.
  • Die Urbanauten erstellen das Kulturprogramm in der Birreria, die zunächst NXWS heißt.
  • Schauspielerin und Sängerin Kathrin-Anna Stahl kümmert sich um die Bandauftritte während der Wiesn - und hätte am liebsten möglichst viele der Gruppen, die im Herzkasperlzelt auftreten.

In der Ecke leuchtet eine alte Stehlampe, daneben ein Radiomöbel, vermutlich aus den frühen Sechzigerjahren, an den Wänden hängen ein paar kleine Bilder. Der Glaskasten an der Theresienhöhe ist schon ganz gemütlich eingerichtet, wäre da nicht die riesige Bierlache, die von einem Fass stammt, das sich nicht so fachgerecht anzapfen ließ wie man es von Oberbürgermeister Dieter Reiter am Samstag nebenan auf der Wiesn erwartet.

Das verspritzte Freibier sollte eigentlich der Auftakt einer mindestens achtmonatigen kulturellen (und auch kommerziellen) Zwischennutzung im ehemaligen Hacker-Pschorr-Bräuhaus sowie der integrierten Trattoria Bella Birreria und der B7-Sportsbar werden.

Oktoberfest Früherer P-1-Macher eröffnet "Bussi Bussi Bavaria"
Oktoberfest-Club

Früherer P-1-Macher eröffnet "Bussi Bussi Bavaria"

Der Club von Franz Rauch soll "Volksfestcharakter" haben und rechtzeitig zur Wiesn auf der Theresienhöhe aufmachen. Promi-Besuch nicht ausgeschlossen.   Von Anne Kathrin Koophamel

Für die Kultur und den Spaß zeichnen die Urbanauten verantwortlich, die nun in der ehemaligen Birreria eingezogen sind. Gastronom Franz Rauch hingegen übernimmt die große Bierhalle und die Sportsbar und will sie unter dem schrägen Namen "Bussi Bussi Bavaria" vor allem als gewerbliche Räume für Firmenveranstaltungen und große Feiern nutzen.

"Franz Rauch versteht sich für den kommerziellen Part", sagt Urbanauten-Sprecher Benjamin David. In der Birreria nebenan, die zunächst NXWS (das soll für "next Wiesn" stehen) heißt, soll es künftig an fünf Tagen in der Woche Kulturveranstaltungen, Diskussionen und abends auch Musik geben.

Dass die Zwischennutzung, die zunächst bis Ende Mai gesichert ist, pünktlich zur Wiesn startet, hat natürlich schon einen kommerziellen Hintergrund. "Wir haben hier etwa 120 000 Euro investiert", sagt David. Ziel sei es, die Ausgaben der Urbanauten möglichst während der 18-tägigen Wiesn wieder hereinzuholen. Deshalb wird von Samstag an im Biergarten und vor allem im NXWS Party gemacht - mit Bands und DJs.

Offiziell geht es am ersten Wiesn-Samstag los

Tagsüber von 12 Uhr an können Künstler auftreten, die sich bei Mirca Lotz bewerben müssen. Sie kümmert sich ansonsten auch beim Kulturstrand am Vater-Rhein-Brunnen um das musikalische Programm. Am Abend kostet das Ganze dann Eintritt. Das sei dem hohen Sicherheitsaufwand geschuldet, der von der Stadt wegen der Wiesn vorgeschrieben sei, sagt David.

Der Wiesn-Club sollte bereits am Donnerstag mit dem Auftritt von Bluessänger Willy Michl eröffnet werden. Offiziell los geht es dann am Samstag, 16. September, dann wird von 23 Uhr an die Express Brass Band auf der kleinen Bühne auftreten. Die Schauspielerin und Sängerin Kathrin-Anna Stahl, die sich um die Bandauftritte im NXWS während der Wiesn kümmert, konnte das Musikkollektiv am Mittwoch für den Auftritt verpflichten.

Sie selbst wird mit der Schicksalscombo, bei der auch Anton Leiss-Huber als ihr Gesangspartner dabei ist, ebenfalls in dem neuen Veranstaltungsort auftreten. "Ich bin ein absoluter Fan der Oidn Wiesn", sagt Stahl. Sie versucht nun, noch möglichst viele der im Herzkasperlzelt auftretenden Musikgruppen zu überreden, anschließend im NXWS weiter zu spielen. "Das wäre doch der Wahnsinn, direkt neben der Wiesn weiterzutanzen."

Nach dem Wiesn-Wahnsinn soll es in den neuen Räumen der Urbanauten aber wieder deutlich ruhiger zugehen. Dann wird es auch Angebote für Kinder und Familien, Kunstprojekte und Ausstellungen geben. Richtig still wird es wohl Mitte Oktober: Dann soll es ein "Festival der Ruhe" geben.

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