Normalerweise werden die Wiesnzelte im Wirtschaftsausschuss vergeben und der Stadtrat folgt den Beschlüssen dazu. Aber in diesem Jahr ist manches anders: Diesmal musste die Vollversammlung darüber befinden, wer im September auf dem Oktoberfest vertreten sein wird. Die erneute Zulassung aller bisherigen Festhallen durch den Stadtrat ist nach Informationen der SZ am Montag ohne weitere Diskussion in nichtöffentlicher Sitzung erfolgt – allerdings nur unter Vorbehalt.
Hintergrund dafür ist der Vorstoß des Münchner Wirts Alexander Egger, auf juristischem Weg klären zu lassen, ob die Wiesn europaweit ausgeschrieben werden muss. Im Fokus stehen dabei exemplarisch die Standorte für die Festhallen der Familie Schottenhamel und der Paulaner-Brauerei. Um diese wird es in dem Nachprüfungsantrag Eggers und seiner Anwälte vor der Vergabekammer Südbayern in der kommenden Woche gehen.
Nach der nichtöffentlichen Beschlussvorlage, die der SZ vorliegt, sollen nun aber sämtliche Zulassungen der gastronomischen Großbetriebe auf dem Oktoberfest erfolgen „unter der auflösenden Bedingung eines rechts- beziehungsweise bestandskräftigen Unterliegens“ der Stadt, so die Formulierung. Also unter Vorbehalt, je nachdem, wer die juristischen Auseinandersetzungen gewinnt. Die Vergabekammer wird sich nach Informationen der SZ am 19. Mai damit befassen, einen Tag später ist erneut eine Plenumssitzung des Stadtrats angesetzt. Um was es dann dort gehen soll, ist noch nicht bekannt.
Ebenfalls unter Vorbehalt hat der Stadtrat Alexander Egger als großen Wiesnwirt abgelehnt. Wieder zugelassen wurde aber seine Hühnerbraterei „Münchner Stubn“. Änderungen gibt es auf der Oidn Wiesn: Das einstige Volkssängerzelt Schützenlisl übernimmt Michael Bietsch, der bisher die historische Kegelbahn betrieben hat, zusammen mit Florian Fendt und Manfred Kneifel von der „Münchner Suppenküche“.


