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Oktoberfest:Daumen hoch für die Wiesnwirte!

Vorstellung Wiesn-Festkrug

So schaut er aus, der diesjährige Wirtekrug von Krugdesigner Maximilian Fliessbach (Mitte). Begeistert: Wirtesprecher Peter Inselkammer (links) und Stellvertreter Christian Schottenhamel.

(Foto: dpa)

Die Zeltchefs setzen auf eine Charmeoffensive in sozialen Medien. Tag für Tag berichten sie bei Facebook vom Zeltaufbau - die Nutzer reagieren verhalten.

Wiesnwirte haben es nicht so leicht, wie man gemeinhin glaubt. Auf der einen Seite würden viele Münchner Gastronomen alles dafür geben, Wiesnwirt zu sein. Wenn sie es dann aber sind, stellen sie fest, dass fast die ganze Stadtgesellschaft sie für bayerische Inkarnationen von Dagobert Duck hält, die einfach den Hals nicht voll kriegen können und deshalb jedes Jahr die Bierpreise erhöhen, dass es nur so kracht.

Das neue Führungsduo der Wiesnwirte, Peter Inselkammer vom Armbrustschützenzelt und Christian Schottenhamel von der Festhalle Schottenhamel, hätte das gerne etwas anders. Seit eineinhalb Jahren im Amt, haben die beiden nun eine Charme-Offensive gestartet: Die Münchner sollen wissen, wie ihre Wiesnwirte wirklich sind. Und deshalb feuern sie sozusagen aus allen Multimedia-Rohren in den sozialen Netzwerken.

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Das neue Logo - fünf (ungewöhnlich gut gefüllte) Masskrüge mit der Aufschrift "Wiesnwirte" - gibt es schon länger, aber seit Anfang des Jahres hat man auch einen eigenen Facebook-Auftritt. Da tat sich lange Zeit gar nichts, dann jedoch, am 8. Juli, begann der Aufbau der großen Bierzelte auf der Theresienwiese. Seitdem sind die Wiesnwirte praktisch nicht mehr zu bremsen. Gleich am ersten Tag sah man vier von ihnen in Begleitung des Wirtschaftsreferenten und städtischen Wiesn-Chefs Clemens Baumgärtner (CSU) mit Schaufeln in der Hand vor einem Loch auf der Theresienwiese. Angeblich legen sie selbst mit Hand an, damit etwas vorangeht, denn: "In 75 Tagen geht die Wiesn 2019 an!"

Erstaunlich gut eingeschenkt: Volle Masskrüge zieren das Logo, mit dem die Wiesnwirte ihren Digitalauftritt illustrieren.

(Foto: OH)

So geht's weiter, Tag für Tag, Schlag auf Schlag: Mal ein Foto von Verena Able vom Marstallzelt, dann ein kurzes Video mit Peter Inselkammer, später sagt Stephan Kuffler vom Weinzelt etwas, dazwischen grüßt der Löwe vom Löwenbräuzelt, und endlich sieht man auch mal den Riesenmasskrug vom Paulanerzelt von oben.

Wie das neue Angebot bei der Netzgemeinde ankommt, lässt sich schwer sagen: Die geposteten Kommentare sind noch wenige. Bei Peter Inselkammer applaudiert immerhin das Platzl-Hotel, was aber nicht verwunderlich ist: Es gehört ihm ja. Ein Kommentar gleich am ersten Tag war ebenfalls erwartbar. Zu den Wirten beim Graben fiel dem Betrachter nur ein: "Wohl eher zum Geldschaufeln die Schaufel in die Hand genommen!"

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